Tagebuch 26. September 2004
Frankreich


.. gott straft sofort.. sonntags spaziergang

nach dem morgenkaffe machen wir mal ein probepacken unserer rucksäcke!! ist irgendwie doch mehr als man denkt.. auch wenn wir wirklich nicht überborden.. aber schon unsere kuschel-daunenschlafsäcke nehmen viel platz und sind auch nicht grad leicht.. wir kommen aber immer wieder drauf, diese besser mitzunehmen.. sind doch unsere sommer-schlafsäcke dann für die nächte draussen, vielleicht doch etwas zu dünn!! und wenn man sich den ganzen tag angestrengt hat, ist es einem ja eh immer etwas kalt am abend.. also: besser dieses volumen und gewicht schleppen..

schlussendlich wollen wir ja sicher auch noch trekings in nepal oder wo auch immer machen.. und da haben wir sicher noch mehr zu tragen.. ich seh's also als angewöhnung an meinen neuen rucksack und als gutes training.. mal schauen was auf uns zukommt..

es folgt ein "leichtes" zmittag, schliesslich haben wir, nach dem effort mit packen, dringend etwas essbares nötig!! ;-) danach lesen wir noch etwas an der sonne und machen uns dann mal wieder richtung dorf auf .. checken wann morgen die post offen hat, so dass wir mal wieder eine sicherungs-dvd von unseren föteli nach hause schicken können..

danach schlendern wir noch etwas in den quartieren rum.. so ein richtiger sonntags-spatziergang hald.. wir werden zwar noch von einer killer-socke bedroht, die fredel aber sofort mit fusstritten ausser gefahr setzt, und wir werden von rinderkindern blöd angeschaut und von einwohnern gemustert, die denken warscheindlich, dass wir nur so rumschleichen, um heut nacht die einfamilien-häuser auszurauben.. jaja.. wer weiss, was die komischen 2 vögel da die ganze zeit im dorf rumlümmeln.. sehr suspekt!!!

um sicher die gerüchte-küche noch etwas zu nähren, sitzen wir danach nochmals an unserem oranina-ecken, und die damen von nebenan.. die lächeln uns noch immer nicht an.. wascheindlich haben sie schon erfahren, dass wir die quartiere besichtigt haben... zum glück gehen später noch die netten damen vom pilgerbüro an uns vorbei und grüssen uns ganz nett, um sich nachher mit den kritischen damen zu unterhalten.. das könnte unser ansehen vielleicht etwas verbessert haben.. wie auch immer.. uns wird wieder so manches geboten an "unserem" ecken und so geht der nachmittag im nu um! noch etwas vielleicht: ein schwarzer puddel hat genau auf die kreuzung geschissen und so mancher tourist ist grad milimeter neben dem gaggel (gelernt: wenn fredel gaggel ruft.. vorsicht..) vorbeigegangen.. und wir haben immer mit gruselschrecken zugeschaut und gehofft, dass niemand trifft.. und dann, ich muss fast annehmen, dass fredel einen bösen gedanken in diese richtung getätigt hat, landet ein vogelschiss auf seiner hose!! gott staft sofort, zumindest in einem heiligen ort ;-)) die damen nebenan werden sich wohl wieder gefragt haben, wieso die komischen gestalten da, plötzlich, aus dem nichts, schallend lachen!!! sehr sehr suspekt!!!

auf den nachhauseweg machen wir noch einen abstecher zu einer romanischen brücke.. dann, im matzmobil machen wir flotte-schnitte und flottä-pürschtel aus uns, denn: wir gehen auswerts essen!! juppiduuu!! schon bald ist ein lokal gefunden und unsere bäuche gefüllt!! und wir sehen st. jean mal noch in der nacht.. alles beleuchtet.. sieht wirklich wunderschön aus.

im bett lesen wir noch etwas und schlafen dann bald ein.. in der nacht, genau um 04.00 höhr ich noch, dass irgendwo eine party im gang ist.. aber das stört mich nicht wirklich und ich bin bald wieder im land der träume..

Sonntagmorgen, sicher nicht vor 10:00 h aufstehen. D'Schine kriegt ihren Kaffe ans Bett serviert, und wir sinnieren, wie man den heutigen Tag sinnvoll nutzen könnte.

Meine Idee ist es, vorerst mal etwas im Stuhl an der Sonne zu lesen, mich quasi weiterzubilden, schliesslich will ich noch viele Wissens- und unwissenswerte Sachen an die Menschehit weitergeben - natürlich mit dem schlusssatz : hab ich im Geo gelesen....-

Im Matzmobil rumorts, und als ich mal einen Blick riskiere, ist Ruth an einer vorselektion, was denn alles auf die Pilgerreise mit soll......
Ich lass mich anstecken, und schaue mal wie sich die Schlafsäcke - es kommen die warmen mit - sowie Mätteli und Bivibag am besten verstauen lassen. Nachdem die absolut notwendigen Sachen gepackt sind, sehen die Rucksäcke schon ziemlich gefüllt aus, und ein gutes Gewicht haben sie auch schon.........

Ich selektioniere meine Kleider ebenfalls noch, und wir sehen schon bald, dass sich das Volumen mit einmal 45 + 10 L und einmal
60 + 10L, nicht wirklich als problem herausstellen wird.
Eher schon das Gewicht..... oder die Einstellung....? Zum Glück hab ich mal gelernt wie man so einen Rucksack richtig auf den Rücken des Trägers einstellt, ansonsten hätten wir uns beide komplett verloren in den unendlichen Weiten und Wirren unserer Mammut proto verzurr, komprimier und vielfältigkeits einstellungs Wundern.
Aber wenn das Teil mal richtig angepasst ist, fällt das Gewicht nur noch halb so schlimm ins Gewicht.....?!?!?

Mit der ganzen Packgeschichte lassen wir uns gleich inspirieren, einen Sonntagsspaziergang in und um St. Jean Pied De Port zu unternehmen. Wir erkunden das Neudorf, welches eigentlich, ausser einem alten verwitterten Gespensterhaus, nicht wirklich etwas zu bieten hat. Zurück im Altstadtkern lassen wir uns am gewohnten eckchen, zu einem Orangina nieder, und philosophieren, wie lange es wohl gehen wird, bis einer der zahlreichen Sonntagstouristen in die - von einem Hund - eben frisch gelegte losung stehen wird.
Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als dass mir mal wieder die richtigkeit von gewissen sprichwörtern wie " wer andern eine selbst hinein " oder so ihre richtigkeit beweisen wollte, als mir, kaum haben wir mit den Beobachtungen begonnen, ein Vogel auf die Hosen Düngt........

Die Sonne versinkt schnell in den engen Gassen, es wird bald Brrrr, und wir begeben uns nach Hause.
Fein zurechtgemacht, etwas wärmer angezogen, gönnen wir uns heute mal wieder ein aussermatzmobilisches Mahl.
Wir kehren in ein Kellergewölbe ein, und haben mal wieder so unsere Mühe mit der Speisekarte.......
Ist jetzt der Salat ohne Pêche oder Poisson oder Pescador oder wie auch immer nach zweimal nachfragen weiss auch die Bedienung was wir meinen.
Wir verdrücken ein Menu mit tapas und - mal wieder - einem Glas Sangria ( etwas kleiner als unsere Gläser ) baskischer vorspeise mit Tomate Kartoffelstock mit Fischgeschmack....? einem wärschaften bitz Fleisch, Kartoffel Schnitz und Dessert. Dazu eine Flasche Bordeaux, und wir sind selig.

Zum Glück hat uns der Sonntagsspaziergang und der Wein genug ermüdet, denn neben dem Camping feiert die Jugend Ferienbeginn, Erntedankfest, Montagmorgenfrei oder was auch immer.
Ausser mitgröhlenden falschsingern und dem Bassgedröhne bekommen wir jedoch gar nicht allzuviel mit, und schlafen friedlich ein...

Die Fotos und Videos vom heutigen Tag findest Du in der Fotogalerie!



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