tagebuch 15. juni 2007
argentinien / lago mascardi - laguna el rincon


alte rituale nächliche party im zwischenraum....
ui nei!! was für ein traum hat mich diesen morgen heimgesucht.. ich glaub, ich weiss nun, wie sich jemand fühlt, der besessen ist. das war der blanke horror!! bin noch fix und fertig, als ich so im bett liege am morgen. ich erzähl alles fredel und geh dann kaffe brauen und mach meine übungen.

fredel fischt die muffins aus dem aquarium und ein laut dringt aus seinem munde.. ich interpretiere richtig: da stimmt was mit den muffins nicht.. ja, irgenwo liegen wohl jetzt fettgefressene mäuse und können vor lauter bauch nicht mehr gehen ;-)... maaaaaaaus!! wir grinsen und staunen, das die tiere es bis hier rauf geschafft haben ;-). alle essen maus, aber maus istt muffin ;-). mir tun die tiere ja immer etwas leid.. katzen essen maus, vögel essen maus, alle essen maus ;-). ich gönne ihnen die schlemmerei ;-). mich gelüsten die muffins aber so angeknabbert nicht mehr so sehr, fedel lässt sich nicht abhalten ;-)..

dann gehts los, wir fahren weiter. die ersten meter muss fredel zu fuss neben uns hergehen um zu schauen, ob mit der kaputten feder was passiert. aber die ist noch fest eingepresst und macht keinen wank. gut so. wir farhen weiter dem see entlang, sehen rüber ins skigebiet, wo heute die saison eröffnet wird, wie wir später erfahren. an den flanken hat der wind das weiss weggeblasen. übermässig schnee hat es eh noch nicht. wir verschieben unseren saisonstart also bis nach der schweiz. guter plan. wennschon das weiss einem schon gluschtig macht. bald tauchen wir in bariloche ein und wollen an die shell, die kein ausländer dieseltarif hat. aber die tankstelle ist im umbau, pech gehabt.

oder doch nicht? weiter oben, bei der petrobas ist eben genau die ausländer zapfsäule grad kaputt ;-). kennen wir das nicht? das ist vielleicht der trick, der uns viel geld sparen lässt. wir sind höchst erfreut und lassen volltanken. ich sitze am steuer und rechne den 100 km schnitt aus und schau müde in die welt raus, müde und zufrieden. die sonne lacht zwischen den wolken durch, mich dünken alle menschen so schön heute.. seltsame stimmung in mir, aber ich geniesse sie. fredel plaudert mit den beiden, netten herren am zapfschlauch und er kriegt noch einen tipp, wo wir vielleicht unsere feder ersetzen lassen könnten.

bald ist die garage auch gefunden man kann uns da aber nicht helfen, aber unser rollendes haus bestaunen schon. die ganze belegschaft steht draussen und fachsimpelt übers matzmobil, der älteste liegt fast drunter ;-). winke winke und adieu. heut ist unser stammparkplatz doch tatsächlich besetzt! aber ein anderer rasch gefunden und wir noch rascher im altbekannten internetkaffe online. heut ist die wifi-leitung schnell, den eingangscode hat sich meine vaio dame sogar gemerkt. die homepage daten fliegen rüber und ich hab einen gefühlsgeladenen mail-austausch mit kurigeri.. ja, mein herz schlägt echt höher. auch sonstige, nette rückmeldungen auf unseren besuch in der schweiz. schön, freunde zu haben. wennschon meine ja weit weg sind, hat die tiefe nicht verlohren und wird sie auch nicht, egal wo jeder ist.

von gudi kriegen wir noch ein sms von unserem lieblingsresti in frankreich, dem pailotte.. sie haben auf uns angestossen. freu mich schon, alle mal wieder zu sehen. fredel bestellt noch einen kaffe und weiter fliegen die daten rüber und wir können auch noch die tur-bus homepage anpeilen. der bus von la union nach santiago, in ein paare tagen.. scheint sogar eine direkte verbindung zu geben! wow! aber sicher sind wir noch nicht, hatte irgend ein program nicht drauf, dass es brauchen würde.. will ich aber nicht installieren, also adios. nun gut, morgen geht es ausser lande, also wollen wir alte traditionen nicht vergessen, fleischfondue zum abschied.

in der metzgerei checken wir die preise, wechseln zum supermercado und kaufen die zutaten, ohne fleisch. das ist in der metzg doch tatsächlich billiger. sogar sehr billig. wir haben uns noch irgendwie verrechnet und erst nachher rausgefunden, dass das ja wirklich günstig war, filet fleisch für 10 chf pro kg ;-). kann man nicht jammern. alle zutaten, mit wein, kommen uns also nicht auf mehr als 20 chf für 2 personen. und man erinnere sich, wir essen mindestens für vier ;-). das erstandene ist bald im matzmobil verstaut, wir fahren los.. wieder sieht der see bei bariloche wild und ungestüm aus, wolken in den bergen, ein paar blaue löcher am himmelszelt.. schöne stimmung.. wir geniessen es und wechseln alsbald an den nächsten see.

diesen erkunden wir mal etwas genauer, aber finden keinen platz zum bleiben, also weiter zu unserer guten alten lagune vor der grenze. die gegend kommt uns mal wieder wie neu vor. ist wie bei filmen, die können wir auch diverse male schauen ;-). wir vergessen so schnell.. waren die kondore über uns das letzte mal auch schon am starkwind sauen? wie auch immer, wir farhen und geniessen die ausblicke und hören musik. ab und an ein schild mit "land zu verkaufen". wir notieren uns die nummern.. die schönsten bitzen sind aber schon bewohnt.. da haben sich schon die ein oder anderen eingenistet. auch in villa angostura, wo es uns sehr gut gefällt. da hat sich bau-mässig auch so mancher verwirklicht. genial.

wir kaufen da noch etwas zu trinken und ich so ein schundheflti. hab beim coiffeur gemerkt, dass das gar nicht mal so schlecht ist zum spanisch lernen. einfache komentare, interviews.. gut, heirat und kinder kriegen ist trumpf, aber auch darüber muss man hier reden können, gerade hier ;-). wir fahren weiter und um uns wird es weisser und weisser. unseren stammplatz an der lagune können wir aber, trozt schnee, anfahren. unterdessen hat es da ein camping-verbot zeichen.. aber man kann von uns im winter nicht verlangen, bis zum grossen see zu fahren.. da wär der offizielle stellplatz, aber wir wollen uns nicht zu weit von der strasse wagen.. vielleicht schneit es ja in der nacht noch und unsere räderprofile sind bekanntlich nicht mehr so tief wie der grand canyon.

ich koch rasch eier gar für die eine sauce und bin dann weg, in der natur draussen. zuerst stampf ich durch den nassen schnee zur lagune und seh spuren, lebt hier ein big foot? was sicher hier lebt und mit einer wüste in weiss kämpft, ist ein marienkäferli in braunen farben. es wandert über dem schnee, auf einer grossen ebene.. ja, du kleines, das ist vielleicht nicht der richtige ort für einen marsch. aber fliegen mag das teil wohl auch nicht mehr. ich versuch eine schneerettung die bald in eine gletscherspaltenrettung umschlägt.. gar nicht so einfach, so ein kleines tier auf die hände zu kriegen, ohne dass es von den eiszacken zerdrückt wird.

sachte trag ich es zu den nächsten büschen und dann will es nicht mehr von meiner weichen, warmen hand weg.. versteh ich ja.. aber mitnehmen kann ich dich nicht, du kleiner flügelfreund. auf einem blatt leg ich es nieder und geh weiter. es folgt ein kleiner rundgang im winterlichen wald. ab und an halt ich inne, lausch der ruhe und einmal schrei ich aus voller kehle, ein kleiner vogel gibt seinen kommentar da zu. wohl in etwa: ruhe hier!!! ;-). ich grinse und geh weiter. auf einer ebene, etwas erhöht, sind einpaar pferde am gräser fressen.. ja, üppig wird das futter nicht sein im moment.. ich find es schon schön, sind die grossen tiere hier einfach so in der natur draussen, frei.

zurück im matzmobil wartet fredel mit einem martini und oliven auf. apero, heute wollen wir ja feiern, was eigentlich morgen zu feiern wäre. 2 jahre und 2 monate seit ex schweiz. wir sitzen da, haben gute gespräche über die nahe zukunft und die ferne auch noch.. anstossen auf die schweiz, auf die liebe. dann geht fredel raus und raucht den ersten teil des freitagsstumpens. auch ich zieh ab und an, aus dem fenster lugend, einen zug ein.. nun gut, nach schockolade riecht der nicht grad, aber doch recht gut. der abend ist nah, ich bereite die saucen, fredel schneidet fleisch und eh wir uns versehen, badet dieses auch schon in der bouillon.. hat sich grad so ergeben.

wir stossen mit wein auf die liebe und nur die liebe an.. wir hatten schwere zeiten, aber wie meistens, hat uns das auch weiter gebracht.. so zeiten gehören dazu, dessen sind wir uns schon bewusst. jeder reagiert anders, ich sicher stark. aber so bin ich nun mal und steh dazu. fredel kennt mich ja schon lange genug. natürlich darf ein film nicht fehlen. aus der schweiz haben wir einen südamerikanischen film aus uruguay erhalten und eben diesen schauen wir nun. langsame geschichte, perfekte kameraausrichtung, genialle stimmungen, wenige, absehbare wortwechsel der personen. mir gefällt der ruhige streifen super gut.

erst ein paar tage später komm ich drauf, was er uns mitteilen wollte, der film. das ist ein film, der eine aussage trägt.. bin ich sicher. ich schätze es geht um, sich auf änderungen einlassen wollen oder eben nicht. wie auch immer, ich liebe so ruhiges kino. klar, ab und an auch mal ein action streifen, aber eigentlich geben mir die art filme viel mehr. aber hab eben keine ahnung was es so gibt. wir sitzen also beim altbekannten adieu-argentinien ritual, am altbekannten ort und geniessen und essen und sind. gut, ich hatte doch echt das gefühl, mich heute nicht überessen zu haben, aber das war ein trugschluss ;-). im bett find ich keine bequeme haltung, um meinen dicken bauch irgendwie weniger intensiv zu spühren ;-). selber schuld, aber ich würd es wieder so machen...

zum aufwachen kriege ich eine traumstory von schine aufgetischt. dann steht sie auf, beginnt mit ihren übungen, und setzt eine kanne kaffe auf.

ich mach mich ebenfalls nützlich und hole die muffin batterie aus dem zwischenraum. aber hallo, die dinger sind nicht mehr so schön pyramiden förmig aufgetischt wie sie schine gestern abend in den kühlen zwischenraum gestellt hat. wahrscheinlich hats beim liegestützen zu fest gerüttelt und der turm muffins ist zusammengekracht. als ich aber genauer hinsehe, fällt mir auf, dass fast jedes gebäck angeknabbert ist. das gibts ja nicht. haben doch die mäuse mitten in der nacht eine riesen party im zwischenraum gefeiert, und sich an unseren muffins gütlich getan. die armen viecher sollen nur auch was haben. und für mich hat sich die ganze sache auch noch gelohnt. denn schine will von dem angeknabberten zeugs nichts mehr wissen, und die restlichen muffins sind all mein.

nach kaffe und muffins - alle mein - und matzmobil motor aufwärmen sitzt schine hinter dem steuer. ich wurde als freiwilliger auserkoren, neben her zu spatzieren, um die auswirkung des geländes auf die defekte feder zu studieren. auf der strasse oben schau ich nochmal unters fahrzeug, das ding hat sich keinen milimeter verschoben oder bewegt, wir können also beruhigt die dreissig vierzig kilometer bis bariloche weiterfahren. links und rechts wald, die windverwehten schneebedeckten flanken des skigebiets zur linken, und dann verschlingt uns auch schon die urbanisation von bariloche. wie alte einheimische fahren wir durch das dorf, direkt an die shell tankstelle wo es keinen extranjero= fremden tarif für diesel gibt.

aber als wir da ankommen, ist die tankstelle doch tatsächlich grad im umbau. wir seheh schon einen teuren tankstopp auf uns zukommen. ich lotse schine wieder zurück ins oberdorf zu einer petrobras tankstelle. hier frage ich erstmal nach dem preis. der tankwart, meint die zapfsäule für extranjeros sei im moment eben grad kaputt, darum können wir zum einheimische tarif tanken. wir sind erfreut und lassen locker mal zweihundert achtzig liter einfüllen. die jungs erklären mir auch gleich, dass es beim jonny vorne spiralfedern zu kaufen gebe, und nachdem wir unseren diesel vorrat wieder mal voll gefüllt haben, versuche ich auch gleich noch das feder problem zu lösen.

federn hätten sie, aber ich muss ihnen das ausgebaute teil bringen. ausbauen kann ich aber nicht selber, worauf sie mich zwei quadras weiter unten zu einem mechaniker schicken. als ich den laden verlasse ist schon die ganze belegschaft draussen, hinter, vor, um und unter dem matzmobil versammelt. zwei quadras weiter unten sehen wir dann eine mechaniker werkstatt die aber nur auf der garagen auffahrt zu existieren scheint. wir lassens erstmal gutsein, und machen uns auf ins bereits gut bekannt internet kaffe. freude herrscht auf der ganzen linie. unsere ferien von den ferien werden diesmal nicht geheimgehalten und als überraschungs effekt dargeboten. wir checken und beantworten mails, beamen home page, trinken einen cortado und sind bald listo fertig hier.

gleich um die ecke kaufen wir die zutaten für unsere obligate adiö argentina völlerei. die saucen zutaten im supermercado, das fleisch tschuldigung das filet beim metzger. für den 800gr bitzen fleisch mussten wir also schon mal wieder an die acht stutz liegen lassen..... hurtig ist alles daheim verstaut, und dann machen wir uns auf, ein gemütliches plätzli irgendwo am see zu finden. aber ehe wir uns versehen - wir sind von der gegend so fasziniert, und überrascht, als ob wir hier noch nie vorher durchgefahren wären - sind wir schon in villa angostura angekommen. ich schicke schine auf einkaufstour für eine flasche cola. sie kommt mit einer flasche cola, einer flasche sprite und einem schundheftli in castellan zurück.......gib meiner frau nie mehr geld zum einkaufen als sie unbedingt benötigt.....

ab villa angostura machen wir uns schier die hälse aus, um ein, eventuell auf allen vorherigen fahrten, nicht entdecktes lauschiges plätzli etwas abseits der strasse und am see zu finden. wir finden nur ein zwei campings, die entweder am verlottern, oder gerade geschlossen sind. also fahren wir und fahren wir und fahren wir. die urbanisation ist bald hinter uns, der wald und die natur hat uns wieder, die strasse geht den hügel hoch, der abzweiger in den nationalpark lassen wir rechts liegen, und dann sind wir schon an unserer alt bekannten lagune, direkt vor dem argentinschen zoll. obwohl hier seit neustem ein no camping schild steht, stellen wir das matzmobil auf die schneebedeckte wiese, und fahren nicht an den offiziellen camping, welcher noch ein zwei kilometer weiter durch den tiefverschneiten wald am ufer des grossen sees wäre.

als allererste handlung an unserem neuen standplatz müssen die eier gekocht werden. ich habe den motor noch nicht wirklich abgestellt, hat schine diese saucen technische nötigeit schon erledigt. ich kämpfe mich mit dem schälen der eier, dem rausfischen des rechauds und dem zusammensuchen der inkredenzien ab. bis schine zurückkommt und mir von ihrer spalten rettung des himelgüegis erzählt, habe ich auch schon ein oliven vorspeisli und ein martineli vorbereitet. leider ist es noch nicht zeit fürs znacht, also müssen wir uns anderweitig die zeit vertörlen.

bei plaudern, vorbereiten und einen ersten teil eines dicken fetten feier stumpens rauchens, lassen wir die dämmerung langsam hereinbrechen. kaum ist das fleisch geschnitten, die flasche sanama, unser lieblingswein, geöffnet und die vaio dame auf dem tisch - zum feiern haben wir noch immer einen film geschaut - köcherlt auch schon die buoillon auf dem rechaud. wir stossen auf die liebe an - in dieser hinsicht ist unsere beziehung wieder auf dem aufsteigenden ast - auf die zwei jahre und zwei monate ex schweiz und dann baden wir schon die ersten fleischstückli.

dazu flimmert ein uruguaischer film - aus der schweiz importiert - über den bildschirm. dies bemerken wir aber erst als der ziemlich verschwiegene hauptdarsteller zum zmorgen mate trinkt. nach dem film, man staune, diskutieren wir sogar üer den sinn und zweck der geschichte. auch die kamera einstellungen kommen zur sprache. erst wenn mal weniger geballert und kein blut verspritzt wird, hat man die musse auf solche details zu schauen. zusammen erledigen wir den abwasch, ich habe noch das projekt letzten teil feier freitags stumpen zu ende rauchen - das ding wird trotz schines zugkräftiger unterstützung nie fertig - und dann legen wir uns dick- voll- und überfressen ins bett und versuchen zu schlafen.

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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