tagebuch 09. mai 2007
chile / am seno skyring


kügelchen apotheke homöopathische auffüllaktion.....
es tröpfelt aufs matzmobildach, draussen ist alles grau in grau, ich kuschele mich an fredels schulter. übungen lass ich sausen, montastechnische gründe, aber etwas muskeln dehnen liegt dann doch noch drin. ich braue kaffe, bald sitzen wir am tisch, essen den letzten bitzen kuchen und wir wissen eines: heut wird ein gemütlicher tag zu hause. die delfine scheinen es auch gemütlicher zu nehmen. die glatte meeroberfläche wird nicht durchschnitten von den schönen finnen.

im regen halten wir unsere morgenrituale in sachen wc-gang ab und dann füllen wir die globuli-apotheke auf.. fredel assistiert mir, oder ich ihm? egal, alle kleinen kügelchen sind wieder aufgefüllt und wir sind dankbar darum, die helfer zu haben. dann legt sich fredel aufs bett, liest, stöbert in der matzmobil bibliothek rum und ich starte die vaio dame. vorher durfte etwas rumpottern nicht fehlen. die abflüsse reinigen, badezimmer fiddeln, dies und das abwischen, auch da werden wohl monatstechnische hintergründe ein motor sein ;-). unserem haus tut es sicher gut, mir auch.

ich will alte mäx-fotos in die cats for schnitz gallerie aufnehmen und die dvd will nicht gelesen werden von der vaio dame. im moment gibt sie sich ja schon etwas zickig, aber ich auch, möffle sie auch grad an und fredel auch und somit wär der nächste akt in sachen monatstechnischen antrieben getan ;-). ich bin ja priznessin in den tagen, aber jetzt grad fühl ich mich eher etwas düster. wobei, noch vor fünf minuten war ich super gut drauf, hab mails voller glücks-geschichten getippt ;-). ja, schnell kann es gehen im leben einer frau, hormone sind die beste zutat dafür ;-).

ich mach jetzt einen auf mund-zen und lächle, so enspannt sich das gesicht und das gemüt, guter plan. dann tip ich gester fertig (wenn denn fredel das gemacht hat, und ich reinkann ;-). ah, vorgestern ist auch noch offen,also adieu.. switche zurück. nun ist es getan, fredel liegt im bett und wenn das buch schon gelesen ist, dann muss man eben wieder mal die daumenmuskeln am gaboy trainieren. er ruft: was sind wir glückspilze, lucky mushrooms, glückliche pilze, feliz hongos, oder wie auch immer, wir sind glücklich. ja, meine laune ist wieder super gut und ich werd mich jetzt ans resten essen gehen ;-).

so ein raclette hat mir noch immer gut getan, das steht fest ;-). fredel findet seine bestimmung eher im kalten plättli, dass er sich einverleibt. der regen macht grad pause und beide rücken wir aus, fredel zum fischen, ich möchte die jungfrau nochmal besuchen. als ich auf der strasse oben bin lacht mir sogar die sonne entgegen, ein paar verlorene regentropfen fallen vom himmel, ich schau aufs meer runter und halte inne. ein martin pescador sitzt auf einem abgestorbenen baum, ein paar enten-paare schwimmen und gackern auf dem glatten meer, ich seh durchs wasser und bewundere den grund, die farben, über mir reklamiert mit etwas heiserer stimme, ein jonathan lautstark, ein paar taucher verschwinden um wieder zu erscheinen ;-). irgendwie schön.. ich steh da einfach und schau runter..

dann plötzlich sticht martin ins glatte meer und kommt mit einem fisch im schnabel zurück an seinen platz. nun gut, der fisch ist recht gross, martin hat keine hände.. hm.. wie isst man das nun, ohne dass man die beute verliert? ich schau amüsiert zu und lerne: martin pescador warter zuerst mal, bis der fisch sich nicht mehr gewegt und tut dann in wippenden bewegungen das tier langsam aber sicher in schnabelrichtung drehen und dann langsam verschlingen, so geht das, auch ohne hände ;-). ich geh weiter, bewundere die bäume über der grotte wo die jungfrau ihn ihrem beton-heim steht (mit glasfenster gegen das meer).

bald bin ich unten, in der grotte, die von tosenden wasserfall untermalt wird. lange hab ich, bis ich bei der madonna bin, alle inschriften, tafeln, kreuze, andere gaben, ganze häuser mit kerzen, blumen, gemälde, wollen angeschaut oder durchgelesen werden. ich nehm mir zeit und denk an all die menschen, die hier ihre dankessagen machen, hoffnungen haben, hilfe suchen oder eben gefunden haben, sich was wünschen. mich dünkt das alles voller ernergie all dieser menschen. ich steh vor der schwarzen madonna mit dem schwarzen jesus und bedank mich auch und bitte sie, allen zu helfen, die es brauchen, die hier waren und auch nicht.. mich dünkt, ich brauch nur danke zu sagen, nichts mehr, zu gut geht es mir. wieder seh ich all die menschen vor mir und hoffe dass es ihnen allen so gut geht wie mir, uns. wenn nicht sollen sie hilfe empfangen von der madonna, der sie sich anvertrauen.

ja, alle sollen für sich das finden, was sie suchen, was sie glücklich macht.. fühl mich mal wieder so dankbar und so klein in der grossen welt. ich hebe meinen blick und küss meine zusammengelegten hände, schick der madonna einen kuss und drehe mich, sehe rauf zum wasserfall, die grotte von moos bewachsen, tropft.. schöner ort. schade ist das wasser so dunkel und schaumig.. ich steh noch eine weile da und geh dann über das kleine brücklein (daneben die inschrift: geniessen sie den schönen ort, er ist ihrer..) und geh auf der anderen seite zur strasse hoch.

ein pickup kommt von hinten, der herr darin sieht mich etwas kritisch an, grüsst aber. als er nach ein paar minuten noch frontal auf mich zukommt, winkt er schon mit lächeln im gesicht. man brauch wohl eine weile hier ;-). nun gut, der hat sich wohl einfach gefragt, was ich da in der welt rumspaziere und dann, weiter vorne das matzmobil gesehen, des rätsels lösung quasi ;-). es tröpfelt wieder, ich geh etwas früher wieder ans meer runter, durch nasses gras, durch sumpfigen untergrund. meine schuhe werden schwerer und schwerer vom dreck. als ich diese dann im meerwasser etwas waschen will zeigt sich mal wieder meine wahre stärke: koordination ;-). es grenzt an ein wunder, dass ich weitgehend trocken davon kam ;-). wenn die koordinative prinzessin sich mit den linken fuss, die rechte seite des rechten fusses, abputzen will, ja dann stösst sie an grenzen und kann schon mal ins taumeln kommen, was am wasserrand auch dazu führen könnte, dass sie ins meer plumst.. aber es ging grad noch mal gut ;-).

ein paar meter weiter macht sie dann noch eine piruette mit ellbogen stossdämpfer effekt auf dem rutschigen felsboden, aber auch da kommt sie mit dem schrecken und vielleicht dem ein oder anderen blauen fleck davon ;-). fredel derweil steht im meer mit hohen stiefeln, bis zur brust und wuchtet seine kleinen fische bis ans andere ufer rüber, so kommt es mir auf jeden fall vor. seine koordinativen fähigkeiten sind etwas höher einzustufen ;-). ich schlendere weiter dem strand entlang, bestaune die schönen steine, den eher ekligen seetang, viele vogelfedern und muscheln. genug frische luft für heute, ich tauch in die wohligkeit unseres hauses ein und ess etwas salat.

auch fredel ist bald zurück und wärend ich stricke, würgt er den silbernen kasten. ich schreie: rückfall!!! ja, hab ich doch meinem kleinen zehen etwas haut entlockt.. aber nur ein klein wenig, ohne blut und so ;-). besser wieder stricken und meine kniesocken vollenden. im gleichen moment denken wir ans znacht und beschliessen, meuli spagetti zu machen. fredel bereitet alles vor, ich mixe und zusammen essen wir. nach getanem abwasch les ich spanisch, fredel etwas lustlos in einem afrika buch ;-). dann wird es still im matzmobil, die lichter sind aus und wir schlafen seelenruhig ein, kein wind.

wer klöpfelt so sacht an unser heimetli? es ist kein morgendlicher besucher sondern ein paar regentropfen die aufs dachfenster klopfen. mein erster gedanke ist: heute ist der langersehnte tag um im bett zu bleiben. schines gedanke, aufstehen dehnen, kaffe kochen, abflüsse reinigen, badezimmer aufräumen, globulis nachrüsten. als sie an der letzten pendenz angelangt, bin auch ich aus dem bett und kann ihr die benötigten glasbehälter reichen.

dies ist beinahe eine morgenfüllende arbeit. nicht weil es so viel nachzufüllen gibt, sondern eher weil wir mal wieder in den zehn bis zwölf stunden schlafmodus verfallen sind, und demenstsprechend meistens erst um neun aufstehen. ich empfinde gerade noch nicht eine grosse lust, den kompi schon auf den tisch zu stellen, und vertreibe mir die zeit bis ruscheli die beiden geräge verkabelt mit der suche nach einem neuen buch. zu lesen finde ich nicht wirklich etwas, dafür fällt mir der game boy in die finger,und ich mache gleich einen funktionstest.

als ich dann doch noch einen tag darnieder geschrieben habe, plagt schnitz schon ein kleines hüngerchen. kein wunder wenn sie schon in den frühen morgenstunden zu pottern beginnt. nun, was liegt für sie näher, als die resten von gestern zu wärmen. gestern hats raclette gegeben, und in null komma drei mal chanco ist der rest käse im pfänndli geschmolzen und schine ist am schlemmen. als ob dies den himmel erfreuen würde, brechen ein paar sonnenstrahlen durch die wolkendecke. dies wiederum vermag ungeahnte energieen in uns freizusetzen, und so schnell die die sonne hinter den wolken hervorgekrochen ist, so schnell sind wir angezogen.

schnitz nimmt das kurze stück zur gestern entdeckten virgen maria unter die füsse. ich unternehme mal wieder einen meeres fisch fang versuch. da das ufer ziemlich flach auszulaufen scheint, steige ich in die fischerstiefel. und da offensichtlich weite würfe gefragt sind, nehme ich mal wieder die lange fischrute aus der verpackung und versehe die schnur mit einem der neuen, gewichtigen gummifischli. am wasser kann ich dann, wie auf einem laufsteg zwanzig bis fünfzig meter auf felsplateuas rauswaten. am ende tut sich dann aber ein ziemlicher absatz auf, und wenn man sich nicht achtet, wär man schnell mal drei meter tiefer.....

als ruscheli dann dem strand entlang zurückkommt, hab ich, ausser seetang und meeresgräsli immer noch nichts gefangen, und ich hake den skyring fjord als total überfischt ab. wir geniessen in unserem gemütlichen daheim den rest des nachmittages und informieren uns im turistel was es alles noch zu erkunden gibt.zwischendurch lockere ich das ganze immer mal wieder mit einem spiel auf dem viereckigen silbrigen kästli auf. gegen abend - das heisst bei uns zwischen fünf und sechs, wenns hoch kommt sieben, setze ich mal wasser auf und koche spagutz. das prinzesschen sitzt auf dem bett und widmet sich ihrem zweiten schlafsocken.

sie ist es dann aber, welche den spaghetti den nötigen pfiff verleiht und noch ein sösseli dazu kreiert. ich übernehem dafür den abwasch, und schon liegen wir wieder im bett. schliesslich müssen wir schauen dass wir auf unsere zwölf stunden schlaf kommen....

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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