tagebuch 05. mai 2007
chile / nationalpark torres del paine - nähe puerto natales


schneeberge und küstenleben war wohl nichts...
hab ich doch relativ gut geschlafen, kaum wach, zeichne ich fredel herzen auf die stirn und sonst wo hin und bin voller liebe und glück und fredel wird auch wach, aber wohl etwas zu wach ;-). ich bin zufrieden mit berge anschauen und nähe spüren, fredel würde sich wohl am liebsten in meinen bergen, tälern und hügeln verlieren.. es kommt zu einem defizit seinerseits, dass, so wie ich das sehe, den ganzen tag etwas schlechte laune bei meinem gegenüber auslöst und mir zeigt, ich sollte mich am morgen zurückhalten ;-).

die berge leuchten, heute rot, also objektiv wechseln und knipsen.. auch fredel steht auf zum filmen und beide spühren wir die kälte, die ausserhalb des bettes herrscht.. brrr.. ja, es ist minus 6 grad, unsere batterie ist nicht mal mehr auf 24 volt, es hat kein wind.. so in etwa ;-). sind wir wirklich in patagonien, der dritte windstille tag mit schönwetter? aber besser nichts sagen ;-). besser kaffe schlürfen und unsere sieben sachen zusammenräumen. heut geht es nämlich weiter, zum see sofia, da soll es einen gratis camping geben und da wollen wir noch etwas schreiben und dann in puerto natales die homepage anpassen. so der plan.

fredel verschafft uns klarsicht und kratzt das eis von der frontscheibe.. ich lenk unser haus den hügel rauf, bis zur guardaparque. wir wollen wieder mal wissen ob eine strasse offen ist (nein) und müssen noch loswerden, wie wunderschön es hier ist. ob man in der hauptsaison auch hier unten stehen darf? ja, eine nacht.. es kämen nicht so viele womos.. aha.. das erstaunt uns etwas.. hier muss man doch hin! wobei, viele reisen mit hund, und die dürfen hier nicht rein.. uns solls egal sein, wir haben die zeit genossen und werden sicher mal wieder kommen.

hinter uns stehen sie, wie sie noch lange stehen werden, die berge und spitzen und türme des nationalparkes torres del paine.. ab und an muss ich anhalten, nochmal zurückschauen, das glück spühren, dass wir hier sein durften. fredels laune dünkt mich nicht so locker und als ich ihn darauf anspreche, macht er plötzlich einen auf ultralocker ;-). ich grinse und er will wissen warum. ich bin ehrlich und sag ihm, dass er mir nun wohl beweisen wolle, dass er gut drauf ist, oder noch eher: sich das selber beweisen ;-).

weiter gehts, ein letzter halt, der see, die berge, adios.. vor cerro castiollo find ich einen mülleimer, mitten im nichts.. auch der tank wird geleert, wir sind also wieder sauber und machen auch bald fahrerwechsel. zum dritten mal geht es durch die strassen baustelle und heute ist alles anders. alle am arbeiten, am chrampfen, keine zeit zum winken ;-). sie sind auch weiter gekommen, geht also was. alle sind dick ein gepackt, heut ist es kalt. eine rinderkinderherde wird von 2 huasos neben der strasse gen zu hause getrieben. die vegatation hat einen riesen sprung gemacht, das herbstliche rote leuchten ist schon in winterliches braun verfärbt. trotzdem ist die strecke schön wie immer.

ein paar kondore auf der grasmatte (3 in reih und glied) und duzende von hugos auf abgestorbenen bäumen sehen irgendwie endzeitmässig aus. wir machen fotostop, auch an der lagune, es spiegelt die welt im wasser. auf der weiterfahrt luge ich immer gegen das über uns tronende felsband rauf. ein puma-büssi? nein, aber dafür endlos viele kondore... heute wollen sie anscheinend nicht fliegen. alle hocken in felsnischen, auf vorsprüngen, sehen aus wie pinguine mit ihrem weiss schwarzen federkleid. ja, kondore hat es hier genug.. jetzt ist der abzweiger zum sofia-see erreicht und bald sind wir an der guardaparque wo zwei, etwas verwirrte herren an mein fenster kommen und ihre schrägen blicke gegen mich richten, oder nicht?

ich versuch zur info zu kommen, wie man an den see kommt und die beiden wollen uns zurückschicken udn dann links abbiegen. aber wir haben keinen abzweiger gesehen! nochmal frag ich nach und ja, wir sollen zurück. noch besser sollen wir zu fuss da hin, meinte der eine.. und unser haus würde überall hinkommen, nicht? ja, und eben darum wollen wir MIT unserem haus an den see. wir wenden also und fragen noch ein drittes mal nach, diese strasse zurück? ja! also gut.. aber einen abzweiger können wir nicht finden, nicht mit blühender fantasie.. es soll nicht sein, dann nehmen wir eben den abzweiger rechts zum meerarm, schliesslich lassen wir uns treiben.

ein schild verkündet, hier ist der öffentliche weg fertig, was so viel heisst: niemand schaut dass dieser einigermassen in schuss bleibt. matzmobil lässt sich nicht lange bitten und pflügt sich durch den schlamm und hieft sich über die wellen und surft durch mulden und fährt süferli über ein paar holzpflöcke, die einen brücke darstellen sollen und wir sitzen drin und sind stolz auf unser matzmobil. bald sind wir am wasser, aber das ist mit einem endlos scheinenden zaun von uns abgetrennt. da kommen wir nicht hin, das wird rasch klar. ein kleines dorf, alle schauen uns etwas verblüfft an, winken dann doch und ich seh nur eines (auf hinweis von fredel), 3 minimiizen im wuschelfell und die mama.. die katzentiere verschwinden dann aber bald alle unter einem auto, wir können weiter..

geplant sind wir ja noch nie in puerto natales eingefahren, auch heute nicht ;-). das touristinfo ist zu, die tankstelle offen und neben dem sie uns mit diesel füttern, kriegen wir auch hier die ein oder andere touristische auskunft ;-). wieder eine neue idee, wie man an den sofia see kommt ;-). gibt es den wirklich, ist das alles nur ein gerücht? wir wollen es gar nicht wissen, wir sind am meer und das finden wir ja auch läss ;-). weniger läss, fredels kreditkarte ist abgelaufen, nun haben wir nur noch meine.. aber das kann es geben. ich zahle also und dann gehts zum gasco gas, ich weiss ja wo das ist und lotse fredel sicher an den ort, wo ich denke es ist ;-). ja, hab den kreis mit dem supermercado verwechselt ;-). kann ja mal passieren.

wir fahren also nochmal an und nun passt es perfekt, wir haben schwups neues gas und ich finde raus, dass es hier einen camping gibt. wär vielleicht auch was, etwas strom saugen? das wetter ist trüb, lange schlafplatzsuchen muss nicht sein. wieder übernehm ich die navigation und alles nützt nichts, der camping ist nämlich zu. dann eben ans meer, bald brettert fredel mit uns auf einer guten küstenstrasse gegen süden zu. das alles müssen wir auch wieder zurück, drum fahren wir nicht allzu weit. der erste teil ist übersäht mit müll, alten autos die halb in wasser verrotten. ja, das können nur chilenen ;-). wir rechnen ja immer mit etwas müll, aber das ist uns zu viel. also noch etwas weiter und es wird besser und besser.

hier draussen wohnen wohl die aussteiger von puerto natales, haben ihre ruhe, gute strasse, bald im dorf. würd auch hier leben, das steht fest. aber wenn ich dann schon frei wählen kann, darf es auch etwas mehr nördlich sein ;-). für heute gehören wir aber zu den einwohner des küstenstreifens, unser haus steht auf einem schönen "näs", an einer kleinen bucht, perfekt. hinter uns etwas fels, grasmatte unter uns, vor uns das meer.. ja, fedel wird seinem ruf als bester schlafplatzfinder gerecht. bald stehen wir gut ausgerichtet, vom wind geschützt udn richten uns ein. vor uns soaren jonathans, die schwäne tummeln in den kleinen wellen, taucherli verschwinden im dunklen wasser, wir lugen nach seehunden.

fredel geht fischen, ich tippe mails und mir ist es gerade recht, etwas für mich zu sein. grad hyper-harmonisch sind wir nicht heute ;-). lange wärt die einsamkeit aber nicht, fischerfred ist zurück und meint: zeitverschwendung. dann leuchtet die welt plötzlich golden um uns rum, ein blick und dann folgen taten.. ja, das perfekte abendlicht bricht durch ein paar wolkenlücken ein und das will ich für fotos nutzen, fredel zum filmen. dann les ich fredel noch meine mails vor und als meine vaio dame unter dem tisch verschwindet, mach ich mich ans znacht kochen. mit den resten gibt es nur eines, das perfekt passt ;-). beim bereiten der älplermakaronen stelle ich mir einen senn vor, in einer berghütte, mit resten eben dieses wärschafte mal bereiten, besten schweizer käse drüber..

nun gut, was aus meiner pfanne geschöpft wird, ist sicher nicht so gut, aber gut eben doch, sehr gut. das apfelmus dazu darf nicht fehlen. wir plaudern über die hüpplen in ringgenberg und vollgefressen kugeln wir ins bett und fredel entschwindet ins reich seiner abenteuergeschichten, ich brech mir die zunge beim spanisch lesen ;-), sexgeschichten von päuli cueolo, 11 minuten, once minutos.. noch was, mich dünkt, wir haben in letzer zeit gealtet ;-). beide haben wir, das t-shirt in die hose gestopft, um keine wärme zu verlieren. das war für mich immer so der inbegriff von alten leuten ;-). aber ehrlich gesagt, ich geniess es wohl, alt zu werden, hauptsache warm ;-). gut nacht.

als wir aufwachen, kitzeln schon fast die ersten sonnenstrahlen an den felszacken. dies ist dann auch das apprupte ende unserer liebkosungen und herzli mal attacken auf unsere haut. ziemlich schnell sind wir beide aus dem bett und stehen mit kameras ausgerüstet draussen. es scheint wirklich, als ob uns der national park torres del paine ein gebührendes abschiedsbouqet bieten will.

zu einem käfu lassen wir den motor vorwärmen. schliesslich gehts das erste stück gleich bergan, und auf der frontscheibe hat sich frost gebildet. ich vollende schines eiskratz versuch -ich chan äbe nöd so guet, hat sie von rahel superwurm gelernt - und sie richtet unser fahrerhaus ein. bei der guarda parque halten wir nochmal an und erkunden uns nach einer weiteren strecke. wie vermutet ist diese piste "noch" nicht offen, gerade en construction, vielleicht mit glück nächste saison befahrbar, hauptsache sie ist bereits im turistel eingezeichnet....

mit einem auge immer im rückspiegel - schine manchmal mit beiden - kehren wir dem imposanten, unvergesslichen panorama den rücken. einmal mehr kann ich auf einer fast spiegelglatten lagune ein spiegelbild föteli vom bergmassiv hinter uns machen. links und rechts sehen wir wieder lamaherde um lamaherde. ruscheli sinniert, dass wenn sie ein puma wäre, hier vorne leben würde, da habe es ja massenweise büsi futter. bald haben wir das kleine grenz dörfchen und somit die asphaltierte strasse richtung natales erreicht. mit staunen stellen wir fest, dass heute die arbeiter praktisch alle am arbeiten sind. wahrscheinlich müssen sie sich körperlich bewegen um warm zu kriegen. mit noch mehr staunen erfreuen wir uns ab den, um ein gutes stück fortgerschrittenen strassenarbeiten.

bald zweigen wir zu den cuevas del milodon, einer höhle wo man knochen von einem vier metrigen steinzeitlichen faultier gefunden hat ab. obwohl dies nicht unser ziel ist, halten wir bei der guarda parque, und erfragen uns den weg zum see. die beiden herren scheinen sich aber einen spass daraus zu machen, leute welche nicht die höhle besuchen wollen ins kraut zu schicken. die nicht ganz verlässlichen infos die wir erhalten, bringen uns zurück zur hauptstrasse. ein abzweiger sehen wir keinen. für uns ist dies zeichen genug. wir biegen auf eine piste ab die gut beschildert informiert, dass hier das ende des camino publico sei. was auch immer das heissen mag.

durch einige, waqsser gefüllte schlaglöcher, gross genug kleinkinder darin zu ertränken, und schlammigen spuren folgend kommen wir an den meerarm der schlussendlich nach natales führt. vorbei an einem offensichtlich längst vergessenen fischer dörfchen, dessen einzige sehenswürdigkeit die spielende katzenfamilie zu sein scheint. mit dabei sind enug jungtieren um ruscheli eine weile zu entzücken. ehe wir uns versehen und völlig ungewollt, fahren wir plötzlich in puerto natales ein. schine stellt richtig fest, dass wir noch nie geplant in dieses dorf gefahren seien. trotzdem, wenn wir schon mal da sind, können wir gleich ein paar erledigungen abhaken.

als erstes, und absolut notwendigstes, tanken. zweihundert liter werden in den ziemlich trockenen tank gefüllt. dieser war nämlich viel füher mal wieder gegenstand einer etwas gehässigen diskussion zwischen uns. sobald ein lämpli leuchtet will schnitz gleich auf den reserve tank stellen. ich hingegen bin der meinung, solange das lämpchen an und abstellt, sind noch mindestens achtzig liter im tank, was gut gerechnet noch für dreihundert kilometer reicht. anstatt einen mittelweg zu finden möffeln wir uns lieber eine halbe stunde lang an. solange geht es nämlich, bis das lämpli dauerhaft aufleuchtet, und auch ich überzeugt bin, dass nun der reserve tank umgeschaltet werden könnte....

das einzige was keine reserve aufweist ist das ablauf datum meiner kredit karte. als ich bezahlen will, weist mich der tankwart darauf hin, das die master im april 07 abgelaufen ist. wir haben doch tatsächlich schon wieder mai...... die nächste ziemlich nötige besorgung ist dann gas. obwohl wir sicher noch 15 kg reserve haben, heizen , kühlen und kochen wir lieber mit einer kleinen fünf kilo chile flasche und lassen die reserve unangetastet. es können ja noch kältere zeiten kommen. nachdem ich bei der altbekannten gasfrau einen einblick in ihre gute stube gekriegt habe - ich wurde zur bezahlung reingebeten - ist dann auch schluss mit erledigungen.

noch vor der tankstelle standen wir vor dem geschlossenen turist info, und nun vor dem geschlossenen camping. dieser ist zwar eher ein hinterhof parkplatz mitten im zentrum, wäre aber für unser vorhaben, batterien laden, tagesberichte up daten und rüberbeamen, einkauf ect. perfekt. aber die saison schient wirklich vorüber und die besitzer in den ferien zu sein. also neuer plan ausarbeiten. an der tankstelle haben wir erfahren, dass die strasse welche am meerbusen entlang zu einer therme führt nicht wirklich offen ist. um aber nicht am gleichen vorstadt aussichtspunkt wie letztes mal zu übernachten, folgen wir der kiesstrasse welche erstaunlich gut im schuss ist.

gleich nach dem dorf, sehen wir erstmal wieder den chilenisch typischen müllstrand. auch die offene städtische müllhalde ist wenige kilometer nach einer nicht sehr einladenden urbanisations siedlung mit stacheldraht zaun und selbstverständlich unzähligen weissen plastik säckli welche sich darin verheddert haben markiert. wir fahren weiter und weiter, und mit ein paar sonnenstrahlen entdecken wir dann doch noch das eine oder andere näs wo wir uns hinstellen könnten. mit dem gedanke dass wir die ganze strecke eh wieder zurück fahren müssen, unterdrücken wir beide den trieb, die strasse bis zum bitteren ende fertig zu fahren. immer wieder schwanenhalsen wir zum steinigen meerufer und halten aussicht nach einem geeigneten sonntags plätzchen.

hinter einer kleinen kuppe, etwas geschützt vom wind, sehe ich eine spur zu einem kleinen plateu leicht erhöht vom ufer. da zuwenig platz zum wenden ist, manövriere ich unser strandhaus rückwärts in die geschützte minibucht. schine assistiert, und schon haben wir mal wieder ein heimetli am meer. da die stimmung zwischen uns immer wieder oder immer noch etwas möffelt, schnappe ich die fischrute und schmeisse den blinker ein paar mal in das nur etwa hüfttiefe meer. nach einer halbe stunde bin ich ziemlich ausgekühlt, und der meinung dass das fischen zwischen steinen und meergräsli zeitverschwendung ist.

rassieren hingegen ist keine zeitverschwendung, sondern bitter nötig. nach dem krampf, meine gescihtsbehaarung zu entfernen kann ich mich nur noch aufs bett legen und mich der fesselnden story vom wilbur smith mc giver hingeben. schine tippt unterdessen mail an mail. nachdem sie mir diese vorgelesen hat, scheint es uns angebracht, langsam aber sicher mit dem znacht kochen zu beginnen. schliesslich ist es schon halb sechs, und der tag war gespickt mit unvorhergesehenen und kräftezehrenden ereignissen. das kochen wird dann auch nur von den genialen abendfarben unterbrochen. kurz vor dem untergehen brechen noch ein paar goldene sonnenstrahlen durch die dunkle wolkendecke und zaubern geniale farben und kontraste auf die umgebung.

was gibt es schöneres als ein so ereignissreichen tag und eine solche überwältigende abend stimmung mit einer pfanne währschaften älplermaccaroni zu unterstreichen. was dann weniger schön ist, dass ich den ganzen krampf mit dem abwasch noch erledigen muss. schliesslich wartet im bett - ja ja meine frau auch, aber im moment fast interessanter - die geschichte von den grabräubern und pharaonen......

mit

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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