tagebuch 02. mai 2007
chile / nationapark torres del paine


schneewandern.. wenn man gamaschen noch nicht erfunden hätte.. welch winterliche waldweg wanderung
es war kein traum.. am morgen leuchten mir rote bergspitzen entgegen, ein einsamer stern ziert noch immer den himmel.. der lässt sich nicht so schnell vertreiben. nun gut, es liegt schnee, es ist saukalt, ein wenig nebel ist auch noch auszumachen. wandern oder nicht wandern, das ist die grosse frage. es wär ein 11 stünder, also recht lange und das bei schnee? aber die aussicht auf eine märchenhaft verschneite winterlandschaft ist das schlagende argument dafür und wir machen uns bereit. wir können ja jederzeit umkehren.

fredel sinniert noch etwas in sachen zeitverschiebung um eine stunde, ich lass ihn aber abblitzen.. es ist schon 900 schmetterlinge.. wir müssen los ;-). so hüpfen und "schlieferen" wir bald durch das schöne tal, mit dem türkisfarbenen fluss im felsbett. ab und an ein paar nebelschwaden, dann glitzern wieder schneeberge durch, dann die herbstlichen bäume mit weissen kleid, blauer himmel, die sonne blinzelt uns ab und an zu. nach so viel niederschlägen ist der weg mehr ein bächli als etwas anderes und wegen der klirrenden kälte (unsere hände hämmern) sind die wasserlachen eben EIS.. drum ist nicht einfach fuss vor fuss angesagt, nein. wir hüpfen und balancieren uns das tal rauf ;-).

ich hab ja fredel heut morgen noch nach den gamaschen gefragt, aber er hat keine grosse lust zum morgentlichen suchen gezeigt.. also improvisier ich und nehm die wollen stülpen hervor.. besser als nichts. am anfang der wanderung nützen die auch noch. wie fredel vorausgesagt hat, ist der schnee nicht hoch, hier noch nicht. fredel meinte auch: handschuhe seien für bubis.. ach, bin ich gern ein bubbi ;-). fredels leuchtend rote grabscher erzählen mir eine andere geschichte ;-). die halbe stunde bis zum zeltplatz nützen wir aus, haben sogar 3/4 stunden, weil foto stops und film halte nötig waren, um das erwachen der eisigen welt festzuhalten.

wir stehen auf einer matte, schauen uns um, ich bin wiederum einfach nur glücklich. schon schön hier. der nebel verzieht sich langsam, gibt weitere blicke auf berge und hügel frei. wir sinnieren, wie der weg wohl am abend sein wird, wenn das alles taut ;-). wohl das munter schlammsurfen. aber jetzt ist noch morgen, wir haben gerade mal einen 22stel unserer geplanten wanderung vollbracht ;-). also weiter und es kommt, wie es kommen muss (ich hab ja die karte studiert), es geht bergan und wenn weiter oben, dann mehr schnee, so ist es doch, oder? wenn mehr schnee, dann nötigkeit von gamaschen höher, so meine theorie die alsbald bestätigt wird ;-).

mein mann, mein spurleger, mein wisser über alles in der welt stellt fest: die haben den weg nicht richtig angelegt.. ja, wir machen schlaufe an schlaufe durch den schönen, ursprünglichen wald, der uns verschluckt hat.. klar dass meine gedanken sind: die werden schon einen grund haben, warum sie den so anlegen, den weg.. fredel darauf: da sind chilenen ;-). das ist ein argument. wie auch immer, tatsache ist, der wald ist wunderschön und er verschluckt uns für lange. immer luge ich mich um, vielleicht kommt ja ein puma des weges, der wegen dem schnee in wärmere gefielde auswandert? könnte ja sein ;-).

unterdessen geht uns, in den baumlosen stücken, der schnee bis an die knie und bei jedem schritt stösst mir das schöne, kalte weiss, meine super funktionellen stülpen hoch und findet so den weg in meine wanderschuhe.. ja, bei der hitze tut ja etwas fusskühlung auch gut ;-). mit jedem höhenmeter wird die hoffnung, dass wir die wanderung bis zu den gletscher vortsetzten können, kleiner. aber so schnell geben wir nicht auf.. ich möchte zumindest noch eine schöne aussicht. nicht dass es mir nicht gefällt im wünschelwald mit schneekleid und eisverzierung.. im gegenteil, eine schöne welt.. aber etwas rundumblick ist ab und an auch schön.

also stampfen wir weiter, fredel voraus, ich in seinen fuss-bein-stapfen und es geht rauf und rauf, wieder etwas runter, aber dann wieder rauf ;-). schneller werden wir auf jeden fall nicht ;-). nach gut 2 stunden schneestampfen in den beinen tut sich uns die welt auf, ausblick auf eine verlorenes, wildromantisches tal, ein paar nebelfetzten, die frischverschneiten berge, die herbstlichen farben die durchs weiss schimmern, der fluss in seinen schlaufen durchs land ziehend.. wow.. gletscher sieht man hier noch keine, vielleicht wegen dem nebel, vielleicht weil wir noch viel zu weit weg sind.. mit dem ausblick können wir auch den weiterweg erahnen und wir beschliessen, dass wir hier kehrt machen. 11 stunden bringen wir eh nicht hin, also besser einen auf vernunft.

mit ist das eh recht, schön wars auch so. wir beschliessen mal wieder hierher zu kommen, mit fischerzeug und dann im camping eine nacht, oder mehrere zu bleiben, fredel kann uns ernähren. aber die jahreiszeit für solche unterfangen ist nicht ideal.. rein schneemässig. vom wetter her wärs ja perfekt. so setzen wir uns hin, lassen die schöne welt auf uns einwirken und schlemmen 2 sülzli, die fredel hierher getragen hat. etwas schoggi rundet unser zmittag ab und dann vertreibt uns die kälte und wir machen uns an den rückweg.. meine stülpen haben ihren schutz-geist ganz aufgegeben, ich spühr den schnee schmelzen in meinen schuhen.. ja, das wär sicher nicht grad ein aufsteller, 10 stunden oder mehr mit nassen füssen ;-).

wieder geniess ich den schönen wald, bestaune die eisskulpturen an gräsern und bäumen, geniess das knistern unter den füssen und ich versuch fredel nicht ganz aus den augen zu verlieren. der hat das heimweg program drinn und er scheint gen matzmobil zu fliegen ;-). es kommen uns doch tatsächlich noch zwei menschen entgegen. nicht wirklich besser ausgerüster als wir, viel später dran, aber ihr gesichtsausdruck lässt keine zweifel offen: die gehen noch zu den gletschern ;-). herr stürfli und seine leidende frau.. ja, dann macht mal, wir gehen gerne nach hause.

es tropft langsam aber sicher von den bäumen, blätter fallen massenweise und der untergrund wird nasser und weniger weiss. tauwetter.. wir staunen zwar, dass der weg gar nicht mal so schlimm ist, aber so die ein oder andere "schliffer" session geben wir schon durch. zurück auf der ebene schluckt uns der frühling, so kommt es uns vor. noch kalt und garstig im wald, hier frühlingshaft warm, blauer himmel, plätschern des flusses.. beschwingt gehen wir weiter, fredel lotst uns an einer brücke vorbei über einen baumstamm, den ich lieber meide und zurück zur brücke stolpere ;-). unterdessen blubbert bei jedem schritt das wasser zwischen meine zehen hoch ;-). nicht sehr angenehm.. aber im wissen, dass wir ja nicht weit von zu hause sind, nur halb so wild.

weiter schau ich mich nach pumas um, aber es hat ja kein büssi-futter (guanakos ;-). was solls, die welt ist auch so schön! wir sind auf den letzten metern und waschen uns in einem kleinen bach noch die schuhe vom schlamm frei. nasser können sie eh nicht werden ;-). hat es vielleicht einen eisberg angeschwemmt? die hoffnung stirbt zuletzt, also noch einen kehr zum aussichtspunkt. da setzten wir uns, lassen die bergwelt, den see und sandfläche auf uns einwirklen. das war wieder ein schöner ausflug, uns genügen eigentlich vier stunden, so finden wir beide ;-). auf dem weg zum matzmobil kommt uns eine horde brasilianer entgegen. wir grüssen und installieren uns auf einem holzzaun vor dem matzmobil, entledigen uns der nassen schuhe und socken, lassen diese sich ausdampfen an der sonne.

uns geht es ja schon gut.. wir sitzen da an der wärmenden sonne, sind einfach, haben zeit, können machen was wir wollen. wobei, dürfen wir noch eine nacht hier stehen? wir wollen bei der guardaparque fragen, aber da ist grad niemand zu finden. dafür finden wir raus, dass man da oben, nur ein paar meter über dem matzmobil, besten blick auf die berge hat.. hatte schon mitleid, dass die in einem solchen loch hausen müssen, aber das panorama ist hammer. wieder setzten wir uns vors matzmobil und dann ist fertig mit der ruhe, mit den: die welt gehört uns- gefühlen ;-). brasilien kommt zurück und textet uns ein und wir haben adresse und e-mail und alle infos, wenn wir mal in ihrer gegend wären. sie sind auch camper, mit dem motocasa hier.. ah..

wirklich witztig die gesellen, wir geniessen aber auch wieder die ruhe, als sie weg sind. ich glaub dann, ich spinne! ich seh ein weisses ross, da auf den hügel, grad hinter einem baum verschwinden.. hä? hab doch nichts getrunken. daran zweifelt fredel dann aber ;-). anstatt eines pferdes kommt ein junger herr der guardaparque den hügel runter ;-). nein, das ist kein schimmel ;-). wir gehn zu ihm und fredel meint, ich habe drei fragen. der wärter meint: nur eine pro tag, was fredel lachen ignoriert ;-). erste frage: hat es ein weisses pferd da oben? JA! ha!! hatte ich doch recht gesehen. zweite frage: dürfen wir noch eine nacht bleiben? kein problem! super.. dritte frage: dürfen wir den wassertank füllen im wc haus vorne? sicher!

uns geht es ja gut.. so haben wir uns das gewünscht. wir plaudern noch etwas weiter, witzeln rum mit dem jungen und dann müssen wir uns noch ins grosse buch der wanderer eintragen. wo wir genau waren, bis wohin und wir seien ja sehr früh los.. früh? neun uhr? punkt für fredel: es ist tatsächlich eine stunde früher als meine schmetterlinge sagen ;-). jetzt "verputzts" den wärter fast.. als ich dann noch nach dem datum frage wird er uns glauben, wir haben zeit, wir leben nach unserem rytmus ;-). wieder setzten wir uns vors matzmobil und fredel geht auf gamaschen suche und findet die teile, nur meine, in der dachbox. auf dem dach bleibt mein mann dann auch liegen, gute aussicht da oben ;-).

mich fröstelt langsam und ich geh rein, duschen ist angesagt. wie versprochen schliessen wir noch den abwassertank, wollen kein dreckwasser in den schönen nationalpark lassen. als ich unter der heissen dusche steh, plaudert fredel noch mit einem anderen wächter und der sieht ein paar tropfen vom matzmobil fallen. nur waser, von der heizung.. ich find es genial, dass sie wirkich darauf erpicht sind, den park zu schützen! hut ab. auch müllmässig ist es atypisch hier.. sonst ist ja chile eher übersäht mit abfall, hier haben wir selten was entdeckt. super.

auch fredel duscht, ich räum unser badezimmer (und winterkleiderzimmer) wieder ein und geh nochmal zum ausichtspunkt.. so schönes wetter, vielleicht rote berge? mal schauen, warm eingepackt steh ich auf dem holzrost und schau in die welt raus.. ja, ich glaub, ich weiss nun wirklich was demut ist.. ich bin da einfach, platt von der welt vor mir.. von der natur die mich umgibt, ich bin glücklich und doch so klein, so ruhig, so bei mir und verschwinde in der welt, im universum. ich steht da also andächtig, in demut und bemerke schritte neben mir. der junge guardaparque ist auch da, schaut auch da raus, genauso still wie ich. beide sind wir wohl eingenommen von der szenerie. ab und an knips ich und der auslöser der kamera scheint verhältnismässig laut..

die bergzacken werden roter und roter und es entsteht doch noch ein gespräch zwischen dem jungen und mir. dann ist er weg, ich steh noch einen moment da, oder zwei momente, oder eine ewigkeit? dann tragen mich meine beine nach hause und ich tauch wieder in die "normale" welt ein ;-). ich berichte fredel, dass der junge schon pumas gesehen hätte, dass er seit 3 jahren hier arbeitet, dass die eisberge, wenn der wind stimmt, ganz nah am strand sind, dass es hirsch-tiere gibt hier etc.. das wetter sei im winter und herbst am besten. so tage wie dieser gäbe es da öfters. was sind wir für glückskinder, dass wir genau jetzt reisen. das bereuen wir noch überhaupt nicht. wir wären sicher auch nicht alleine auf dem platz, wie jetzt, mit unseren nachbaren, dem sympatischen guardaparque. er ist übrigens 10 jahre jünger als ich, wie fredel morgen rausfinden wird.. aber er hat sich auch nichts zu beweisen, scheint da einfach zu sein, für sich, mit der natur.

hinter uns bahnt sich das nächste spektakel an, der volle mond geht auf, rund und prall, im rosa himmelbett... sieht genial aus, wir fotografieren, filmen und gehen dann für heute rein, ins warme matzmobil. fredel bekocht uns mit spagettiresten und spiegeleier und ich gönn mir ein jogi zum dessert. nun gut, es ist gerade mal 8 uhr (neue zeit ;-), als wir müde einschlafen ;-). wieder ein tag voller eindrücke und erlebnissen.. ein schöner tag..

kaum habe ich ein auge offen, fragt ruscheli schon voller tatendrang ob wir in die frisch verschneite landschaft wandern. ich entscheide, wir trinken erst mal einen kaffe. der blick mit beiden augen aus dem fenster macht dann wirklich lust auf einen ausflug. also raus aus den schlafklamotten und rein in die funktionellen kleider.

im nu haben wir den rucksack gepackt, unsere wasser blatern gefüllt und die stöcke in den händen. was wir nicht haben - brauchen wir auch nicht, der schnee liegt ja nicht meterhoch- sind gamschen. ein päärli wären in der dachbox, aber wer bei den ersten paar schneeflocken gleich die gamaschen anschnallt ist ein bubi. auch wer wegen ein bisschen wintereinbruch gleich mit handschuhen loszieht ist ein bubi. ich sicher nicht, dafür sind meine hände nach zehn minuten gehen schier an den stock griffen angefroren.... am anfang führt uns das wanderweglein gemächlich dem fluss entlang ins tal rein. langsam lichtet sich der morgennebel, und noch bevor wir die erste wegmarke, ein campamento erreichen, machen wir einen ersten halt, um die erwachende winterlandschaft zu fotografieren und filmen.

romantisch knirscht der schnee unter unseren schritten, die ersten sonnenstrahlen lassen den frischen schnee glitzern wie tausend kristalle. bei einem ersten steileren aufstieg in ein kleines wäldchen wird uns langsam warm. unsere körper haben nun wander betriebs temperatur erreicht. mit jedem höhenmeter ist der schmale pfad schneebedeckter. wenn wir nun über eine kleine lichtung kommen, sind die halbhohen trekking schuhe schon nicht mehr vor eindringendem schnee gefeit. einmal mehr hat meine frau mit ihrer vorahnung recht gehabt. gamaschen sind vielleicht nicht gerade gold, abersicher trockene socken wert.

von ein bisschen schnee in den schuhen lassen wir uns sicher nicht abhalten. unaufhaltsam folgen wir dem, nun kaum mehr ersichtlichen weg. weiter den wünschelwald hoch, über bächlein, an jahrhunderte alten knorz eichen, dem nicht ganz logisch verlaufenden pfad entlang. schine witzelt immer wieder über die zu gut verstauten gamaschen welche mit sicherheit funktioneller gewesen wären als ihre wollstulpen, die so gut wie keinen schutz vor eindringendem schnee bieten. auf einer lichtung gebahren wir uns, als ob wir noch nie schnee gesehen hätten. an den langen grashalmen haben sich eiskristalle gebildet. die ganze lichtung glitzert wie in einem märchen. mitten in diesem märchen knieen wir vor den vergänglichen schätzen und filmen diese unbezahlbaren naturwunder....

nach gut zwei stunden winter wald wander weg stehen wir auf einer kleinen anhöhe. von hier aus haben wir eine herrliche aussicht auf die tief verschneiten bergkämme im hintergrund welche sich fotogen durch ein paar nebelschwaden zeigen. unten im tal schlängelt sich kalt und grau der fluss, und irgendwo versteckt im ursprünglichen waldwuchs muss, gemäss karte ein wasserfall sein. hier oben, in anbetracht der uhr zeit sowie ruschelis nassen füssen, entscheiden wir uns, das eigentliche ziel - der mirador zu einem gletscher noch gut drei einhalb stunden weiter - zu vergessen, uns am ausblick hier zu erfreuen, etwas zu essen und uns dann auf den rückweg zu machen.

mit sülzli und schokolade versuchen wir unsere energie reserven aufzufüllen, und folgen dann unseren eben erst gelegten fussspuren zurück. die klare luft, die leuchtenden farben, die frischverschneiten gipfel im hintergrund und die sonne die uns vom himmel entgegenlacht, das ganze ist unbeschreiblich. balsam fürs gemüt, eine entschlackungs kur für den geist, poesie für die seele. mit solchen gedanken im kopf tragen mich meine beine mühelos dem pfad entlang durch die knorzel wälder und über die bächlein. plötzlich und unerwartet jedoch wird die harmonie von schritt und gedanken unterbrochen.

mit langen stackigen schritten kommt uns ein wanderer entgegen. kein rucksack, keine stöcke, keine gamaschen. dafür zielgerichtet mit siebenmeilen schritten. hinter ihm, offensichtlich seine frau.ebenfalls nicht sehr funktionell ausgerüstet. etwas abgekämpfter und mit einem tagesrucksäcklein dessen träger nur durch die dicke wohl nicht wirklich atmungsaktive jacke gepolstert werden.... ein knappes hola und das unverminderte tempo des herrn lässt uns vermuten, dass er sich nicht von ein bisschen schnee in den schuhen von seinem tagesziel abbringen lässt. wir sind froh können wir uns - beinahe - frei von zwängen bewegen und spontane lust und laune entscheide treffen.

kurz nach dieser begegnung erreichen wir auch wieder die ebene am fluss. der rückweg war nicht halb so schlimm wie wir ihn erwartet haben. dafür verpasse ich die eine abzweigung zum übergang des baches. wie der esel vor dem berg stehen wir am bach wo die erste brücke schon länger weggeschwemmt zu sein scheint. ein gutes stück weiter oben ist der neue übergang. ein kurzes stück weiter oben, von unserem standpunkt zu sehen ist ein dicker baumstamm der mir als brücke dient. ruscheli traut dem verschneiten stamm nicht und geht lieber über die brücke.

wie üblich zieht sich das letzte stück bis nach hause ziemlich in die länge. aber auch vor dem matzmobil stehend, sind wir noch nicht angekommen. erst muss noch kontrolliert werden ob vielleicht ein paar eisberge angeschwemmt wurden. eisberge hats zwar keine, dafür können wir uns zuhause vor der türe an die sonne setzen und unseren socken beim trocknen zuschauen. der friede mit unseren socken dauert dann aber nicht lange. bald gesellen sich ein paar brasilianer zu uns. auch sie seien mit dem motorcasa unterwegs. und wie wir von europa hierhin gekommen wären und und und und.... unsere erfahrung vom jakobsweg wird einmal mehr bestätigt. brasilianer plappern mehr und schneller als ein maschinengewehr und ohne pause. dafür haben wir nun eine adresse in florianopolis - halbinsel mit zweiundvierzig ( 42!) stränden welche uns das paar wohl alle persönlich zeigen würde.

als ich anch der unterhaltung vom wasserhan check zurück komme, will mir schnitz weismachen sie hätte beim hügel oben einen schimmel gesehen. ich lache sie aus, als wir sehen dass in diesem moment der guarda parque zurückkommt. wir gehen gleich zu ihm hoch. ich erkläre dass ich drei fragen hätte. er meint, er könne nur eine pro tag beantworten...... nun gut, die wichtigste ist: hats da hinten einen schimmel? es hat also einen. auch dürfen wir noch länger auf dem parkplatz stehen bleiben, und wasser füllen sowieso, für das sei der wasserhan agebracht. dann müssen wir noch hurtig in sein büro. wir haben uns nicht regelkonform im wanderbuch eingetragen. das ziel das datum und die namen müssen hinterlegt werden. ruth und fredel ist dann auch das einzige was wir ohne nachfragen eintragen können.

mit offizieller genehmigung stehen wir nun also auf dem parkplatz. unsere wasserreserven können wir auch wieder auffüllen, also sofort duschen. mit einer akrobatischen aktion - hinter dem matzmobil ist eine riesen pfütze vom geschmolzenen schee - schliesse ich den abwassertank. zum glück wie sich wenig später rausstellt. als nämlich schnitz am duschen ist, und ich draussen unsere sieben sachen zusammenräume, kommt ein älterer parkwächter zu mir und fragt, was da hinten am matzmobil raustropfe. ich schaue hin, und erkläre ihm dass dies nur das wasser vom sicherheits ventil der heizung sei...... als er wieder weg ist, braucht schnitz grad wieder etwas wasser und ich sehe dass das ablassventil nicht ganz zu ist....

nachdem ich unsere auslegeordnung reingebracht habe, genehmige auch ich mir eine dusche. schnitz währenddessen lässt die licht verhältnisse nicht aus den augen, und wenig später ist sie schon wieder mit kamera ausgerüstet unterwegs zum aussichtspunkt. nachdem sie mir nun ihren tagesbericht vorgelesen hat ist mir auch klar, dass sie ein heimliches date mit dem jungen knackigen guarda parque hatte. aber ihm sei auch mal eine freude gegönnt....

als meine frau zurückkommt, ist die sonne hinter den bergen verschwunden. auf der anderen seite geht schon der mond auf. und zwar voll und rund in seiner ganzen pracht. wieder stehen wir beide draussen und bewundern das abendliche schauspiel. mit dem mondspektakel ist dann auch unser tagesprogramm langsam zu ende gegangen. im hotel matzmobil gibts noch resten spagutz von gestern, dekoriert mit einer pfanne voller spiegeleier. gut verköstigt und mit einer angenehmen müdigkeit in den knochen legen wir uns ins bett und lassen diesen eindrucksvollen tag nochmal an unserem inneren auge vorbeiziehen.......

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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