tagebuch 29. august 2006
chile / vor embalse yeso - am rio yeso


wir sind nicht mehr fünfunddreissig ;-) die alte und ihr mann von fred hemingsayler....
ich werde älter, so ist es.. mitten in der nacht hab ich mir doch tatsächlich wieder was verrenkt und ich bewege mich nur noch spärlich ;-).. ich denk mir schon, fredel muss mich wohl aus dem bett hiefen morgen früh.. aber das schaff ich mit seitwärts-abrolltechnick dann doch noch selber ;-). ich komm mir vor wie eine alte frau heut morgen, echt. beide müssen wir schmunzeln und den ein oder anderen spruch muss ich über mich ergehen lassen oder teil ihn sogar selber aus ;-)

nach gemütlichem frühstücksbuffet brennt mit mir die monatstechnische putzwut durch und das matzmobil strahlt wie neu. etwas bewegung tut meinem genick auch gar nicht mal so schlecht, dünkt mich zumindest ;-). dann hat sich die idee vom schneeschuh-türli zu den thermen auch bei fredel eingepflanzt und wir machen uns auf, zum wach-gelände des werkes zu fahren um da das matzmobil abzustellen und uns zu informieren. gesagt, getan. wir müssen unser haus zwar ausserhalb des mit stacheldraht umzäunten geländes parkieren und über die schranke klettern, aber so geht das ja auch. einen schönen flecken erde haben die sich vom wasserwerk gesucht.. echt, hier lässt es sich leben, ein nadelbaumwäldli, grüne matten, schöne berge drum rum, felsblöcke, echt idyllisch, sogar schöne häuser haben sie gestellt, man staunt.

nun gut, wir machen ein auto aus, da muss es menschen haben und alsbald steht so ein stattliches exemplar mit aufrechter haltung und breiten schulter vor uns.. ups.. der wird uns sicher grad verscheuchen.. nichts ist ferner von dieser vorstellung. o.k, er wird uns die idee ausreden zu den thermen zu wandern, aber das macht er in aller freundlichkeit und im vollen verständnis unserer pläne und mit sauberen infos und eckdaten ;-). wir verabschieden uns mit dank und wandern wieder rauf zum matzmobil mit dem wissen: es ist viel weiter als auf den karten angegeben, wir müssten diverse male den fluss überqueren und der ist voll im moment (unmöglich also) und die thermen sind nur ein pool mit lauwarmen wasser.. so ist das ;-).

aber, wie schon gestern, lass ich mich nicht entmutigen, es hat ja noch andere thermen, warum nicht wieder rüber zu den von colina? vom der idee - mit dem matzmobil dahin - sind wir ja schon weg, also könnten wir es zumindest noch bei den anderen versuchen mit den schneeschuhen, guter plan. wir starten also die motoren, wenden zur abwechslung mal und wieder gehts talauswärts. heute könnten wir auch mal noch am fluss schlafen, schliesslich haben wir ja zeit. so wandert unser blick also ab und an zum nass runter, aber das ist viel zu weit unten, und einen weg da runter hats nicht.. also weiter gondeln, die aussichten geniessen, den vielen entgegenkommenden fahrzeugeinsassen winken (was wollen denn die da oben?? wir rätseln und kommen zum schluss: einen film drehen, viel technisches gerät und am schluss eine limousine wo wohl die filmstars drinsassen.. bratt pit?!?!, die vortsetzung von seven years in tibet, seven more years???)

also, wir geniessen also das leben und gondeln das tal runter und kurz vor es ins andere mündet werden wir doch noch fündig.. ein stellplatz direkt am wasser, in geröll hald, aber ganz akzeptabel. sogar ein kleiner sandstrand, ich seh mich schon in den frühlingshaften temperaturen am blüttlen da ;-). aber darus wird nichts, bald fährt familie santiago ein, macht feuer weiter hinten beim schönen baum und besucht uns und dann kommt noch ein huaso des weges und fischer hat es sicher auch ;-).

also besser kleider zum anziehen waschen ;-). unser wäscheberg ist unterdessen schon zu stattlicher grösse angewachsen und benötigt dringend eine abtragung. ich fackle nicht lange und pack die sachen. heute bin ich fredel überaus dankbar für die hilfe, mein genick macht mir zu schaffen. wobei es gesagt werden muss, tut gut die kneipmässigen anwandlungen mit wäschekneten im eiswasser, echt!! ich bin also am bearbeiten der vielen farben in dem genialen neuen faltkübel (danke sibylle) und auch fredel läuft ins tageshoch auf.. in sachen wäschleine spannen kann ihm niemand etwas vormachen..

ich dachte mir bei der betrachtung des geländes nur: machen wir es wie die menschen in peru, kleider auf die steine zum trocknen.. aber da hab ich nicht an spannfred gedacht, der spannt seine leine auch an orten, wo es faktisch gar nicht möglich ist!! seine geheiminkredenzien: leine, steine, büsche, stecken, stangen vom dreibein und dann noch die geheimwaffen-gnülpi (das verraten wir nicht, hab ich im baumarkt gefunden, wusste als ich davor stand, die werd ich mal für was brauchen.. da war mein mann noch nicht überzeugt aber genau heute hat auch er auf diese resource zurückgegriffen..).. ja, die wäsche flattert also bald im aufkommenden wind und trocknet superturbomässig schnell.

ich hätte grad noch die grossen sachen wie jeans etc gewaschen, wurde dann aber durch die länge der leine und deren durchängegrad gestoppt.. des guten bitte nicht zu viel ;-). meine hände leuchten zündrot und wärmen sich langsam wieder auf an der sonne. ja, das war wohl die kälteste wäsche jeher ;-). warum steht eigentlich nur wie warm man waschen darf? gibts auch eine grenze nach unten? wegen eisgefahr und späterem brechen? also, fertig in sachen waschen. ich bin stolz auf meinen kreativen mann und zufrieden mit der sauberen wäsche und dem platz im wäscheschrank ;-)

nun beginnt für mich ein esonachmittag, fredel rückt zum fischen aus. meine engel teilen mir mit, dass sie da sind, ich zu den grossen meistern beten soll und bald der zeitpunkt kommt, anderen zu helfen. ich lass es einwirken und mich dünkt, ich würde gerne was in die richtung machen.. mal schauen was das leben bringt. fredel zückt später noch sein fussreflexzonen-massage buch und auch er hätte das potenzial, wie seine massage meines genicks beweist (die hände, der hammer!).. vielleicht gibts im fabrikli einen raum für solches.. wir werden sehen und sinnieren später darüber.

zuerst bin ich aber alleine im haus und geniess das nicht zu knapp. ich lese, geniesse die mediationsmusik oder das geräusch des wassers, hänge die wäsche ab und an um in der warmen sonne, lass mich anpfeiffen von ein paar arbeitern auf der anderen uferseite, mach die qigongübungen in aller gemütlichkeit und hingabe und dann leg ich mich wieder gemütlich hin.. mir geht es gut. meinem genick nicht so sehr, aber da muss ich durch. ein alter mann kommt mal noch mit zwei fischen und will die mir geben. ich meine nur, fredel ist auch am fischen und wir wollen ja nicht zu viel. um ehrlich zu sein, heute gibts raclette und ich hoffe insgeheim, dass mein fischermann keine beute bringt.. so ist das ;-)

und so sei es.. dafür überzeugt er im flötenspiel und eben mit den magischen händen die meine obere rückehälfte bearbeiten.. hammer. da hängen wir also noch etwas zu zweit und dann geh ich zur vorbereitung des käseplausches über. draussen ziehen wolken auf, gut sind wir nicht heute noch gegen die thermen gestresst. bald sitzen wir also mit dem resten pisco im glas und dem raclyy auf dem tisch vor der vaiodame und ziehen uns einen meiner lieblingfilme rein: thelma und louise.. wenn den jemand noch nicht gesehen hat, da besteht also ein manco!!

ich hab mir den streifen ja schon des öfteren zu gemüte geführt, aber jedes mal bin ich wieder überrascht wie gut der ist, echt.. hier werden gefühle, rollenspiele, tragödien und freuden des lebens so gut verpackt.. echt der hammer, kann es nicht beschreiben, aber kann mir auch nicht vorstellen, dass den jemand nicht gut finden könnte. also, thelma und louise reinziehen, und nicht nur einmal!!!

heut morgen scheint die welt kopf zu stehen. heut ist es nämlich schnitz, die etwas steif im bett liegt, und sich nur ganz verkrampft bewegen kann. sie muss sich mitten in der nacht irgendwie ganz komisch hingelegt haben, und trumpft heute morgen mit einem steifen nacken auf.... vor einiger zeit war ja schon mal der lendenwirbel dran.... ja ja frau ist keine 36 mehr......

sie schafft es gerade noch aus dem bett, ohne dass ich einen flaschenzug einrichten muss ( nicht dass mich nun jemand falsch versteht, der flaschen zug wäre nicht wegen dem gewicht, sondern wegen der gleichmässigen verteilung des hebevorganges ) wir zmörgelen erstmal, und beraten was den eigentlich unsere pläne sind.

heute sieht für mich die welt schon wieder etwas anders aus, und der schneeschuh vorschlag zu den thermen scheint mir eine gute alternative zum, mit dem matzmobil hochfahren. zelt, kocher, schlafsäcke und genügend trockenfutter haben wir dabei, warum nicht die dreizehn kilometer dahin wandern, und die einsamkeit beim campieren geniessen. so kommt es, dass wir wieder richtung elektrizitätswerk unterwegs sind. wir wollen uns hier erkundigen ob wir unser zuhause stehen lassen können und wie weit es genau bis zu den thermen sind.

wir müssen in das schöne gelände einbrechen ( die barriere war zu ) und als wir gegen das hauptgebäude zu wandern, steht da auch schon ein hüne beim eingang um uns gebührend zu empfgangen. wir denken beide, dass dieses empfangskomitee nicht gerade einen freundlichen eindruck macht, und begegnen ihm mit einem umso freundlicheren lächeln und einem buen dia. ich erkläre ihm unser vorhaben, er hört interessiert zu, lacht, erklärt uns dass die thermen noch mindestens 30 kilometer von hier entfernt wären, der bach im moment hochwasser führe, und wahrscheinlich gar nicht überquert werden könne und dass die therma eigentlich nur eine lauwarme pfütze sei.

wir beide sind dankbar für die wirklich kompetente und freundliche auskunft. diesen mann sollte man in ein reisebüro stellen und nicht irgendwo in den bergen in einem verschneiten ew versauern lassen. wir bedanken uns, und machen kehrtum. wenn nicht hier, dann eben wieder zurück und bei den colina termas probieren.... auf dem weg zum tal raus, schwanenhalsen wir beide immer wieder zum flussbett runter. das heisst, wir haben ja zeit, also warum nicht noch ein zwei tage an einem bach verbringen, vielleicht noch etwas waschen und fischen....

gesagt getan. fast am ausgang des tales finden wir eine spur die von der strasse in eine grosse kiesgrube führt. von da gehen weitere spuren ab, und wir finden ein plätzli recht nah am fluss, mit einer kleinen sandbank, einem terässli und schön ebenem standplatz. kaum sind wir stationiert, kommen wie üblich auch schon die nächsten freizeitler an. diese bevorzugen aber glücklicherweise einen baum etwas weiter vom bach entfernt, und veranstalten dort ihre familien parillada.

ruscheli und ich eröffnen unterdessen einen waschsalon. ich schleppe wasser heran - dies wäre dann für die alte frau und ihr genick schon etwas happig - und sie beginnt mit dem grosswasch - was für die alten frau und ihr genick wie eine therapie wirkt - die ersten paar kleidungsstücke lege ich noch, wie in peru gelernt auf die steine, finde aber, dass diese technick keine zukunft hat, sonst würden in europa viel mehr steine als wäscheklammern verkauft. also suche ich nach möglichkeiten, eine reepschnur zu spannen.

zwichendurch plaudere ich mal noch mit unseren nachbarn, die unterdessen dem komischen treiben am ufer auf den grund gehen wollten. die familie ist mit drei generationen vertreten, und geniesst den freien tag vom sohn und seiner familie. dieser kommt gerade mit einem plastiksack spatzieren, wo drei kleine bachforellen drin sind. er meint, wenn der bach zurückgeht sei es wir früchte pflücken. überall hätte es kleine pools, wo die forellen nicht mehr rauskommen, und da könne man sie wie reife äpfel pflücken.

schine und ich sind der meinung das bei dieser technik wohl der spirit vom angeln etwas verlorengeht, aber um einen vor dem hungertod zu retten wohl besser ist als gedanken an ethik fischer ehre zu verschwenden. ich lass mich sogleich vom jagdtrieb anstecken, schnapp mir meine fliegenfisch rute, und verabschiede mich von meiner alten... der nachmittag verfliegt beim fliegenfischen, aber das jagdglück ist mir nicht hold.

wieder zurück im matzmobil ist ruscheli auf dem bett am entspannen, was aber bei jeder drehung wenig entspannt aussieht. ich heisse sie, sich mal oben freizumachen, und verschreibe ihr eine nacken schulter massage. danach sind die muskeln sicher wieder etwas durchblutet, die schultern etwas gelockert, und die schmerzen lassen ein wenig nach. der beweis dafür ist, dass sie es nicht mehr sehr lange auf dem bett aushält, und schon mit den vorbereitungen zum raclette beginnt.

bald sitzen wir zusammen mit thelma and luis bei einem racly und pisco. die beiden erwähnten frauen sind nicht etwa neue kolleginnen, sondern die hauptpersonen im dvd film den wir uns ansehen. obwohl schon ein zwei mal gesehen, fasziniert die geschichte und am schluss muss sogar das eine oder andere tränchen verdrückt werden. vor dem zubett gehen gibts nochmal eine rheuma salbe einmassiert, und dann legen wir uns vollgefressen und glücklich schlafen.....

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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