tagebuch 21. august 2006
chile / la parva


pistenblödeln und es regnet rucksäcke vom tag als die rucksaäcke fliegen lernten....
der tag beginnt mit sonnenschein, kaffe, sojasaft und viel daylong. dazu werden unsere wehwehchen verarztet und eingepackt und dann unsere körper in die skiklamotten gekleidet, meine haare zu zöpfen geflochten (wenn fredel nur nicht immer ärgern würde dabei und mich ablenken, wären sie sicher viiiel schöner ;-), die zähne geputz, schockolade einpackt und los gehts. natürlich nehmen wir auch noch ski, stöcke, helm und rucksack mit ;-)..

fredel kriegt schon wieder eine einladung, aber heute schien das "häsi" nicht so guter laune, mal schauen, wie lang unser halb-preis glück anhält.. so sind wir also schon bald mit den stahlkabeln via teller verbunden und ich flieg (arme schwankend, wie fast jeden tag, in gedanken bei den kondoren) den hang rauf, fredel dicht gefolgt, aber immer im gleichen abstand ;-). wir wechseln uns immer mal wieder ab in der rangordnung, schliesslich will fredel mein ärschli sehen, und ich seins auch, also gerecht bleiben, abwechseln.. jetzt bin ich grad vorne..

ich hecke einen plan aus: big 5.. jeden lift 5x fahren.. aber nach 3x den obersten dünkt mich, big 3 geht auch ;-). fredel macht mit und wir wechseln zum nächsten rüber um eine vereiste piste vorzufinden.. sniff, ja, die guten tage sind vorüber, das tauwetter tut den pisten nicht gut, morgen eis, mittag slashy.. aber wir sind glücklich, hatten wir noch einige tage den perfekten pisten-pulver.. dafür haben wir das skigebiet mehr oder weniger für uns, unglaublich.. wir fetzten, geniessen und ich rutsch mit singsang den hang runter, wenns dann eben eisig ist. unsere kanten sind auch nicht mehr die jüngsten ;-) und die jugentliche schärfe müsste man mit einen schliff wieder aufleben lassen, aber das verschieben wir auf nächstes jahr. kostet auch hier gutes geld..

nun gut, wir fetzten, oder eben ich rutsche die hänge runter und ich kann von mir nicht wirklich behaupten, dass ich sprizig bin ;-).. ab und an leg ich mich ins zeut, dann schlendere ich wieder etwas auf dem weiss rum, singe vor mich hin und geniesse die berge.. den tag, den blauen himmel... echt der hammer.. warm ist es, und der schnee wird langsam von der gefrohrenen konsistenz in die weichere transformiert, oder so ;-).. als ich mal wieder im kondor-arme-schwenk-stil angefahren komm, macht fredel mit und wir fliegen den berg runter.. die menschen vom sessellift aus werden ihre fragen haben.. wir findens lustig und das ist die hauptsache ;-)

pünktlich auf nach 12 sitzten wir auf der terasse für ein kleines zmittag.. hier ist man übrigens um die zeit bei den ersten ;-). heute ist eh nicht viel los, genug aber um ein klein wenig zu schnöden und um beschnödet zu werden. fredel plaudert noch etwas mit der bedienung und vergisst derweil grad zu zahlen.. das holen wir natürlich nach. wir kriegen sogar die pommes serviert und viel ketchup dazu.. man kennt uns langsam aber sicher, das bringt priviliegien mit sich.. ja, wir kriegen sogar eine gabel und richtige teller!! nicht schlecht (sonst nur alles plastik).

auf dem terässli beginnt das munter tischerücken und positionswechsel spiel. wir machen mit.. im schatten ist es dann doch zu kalt für uns.. also sonnenkappe auf und an die sonne. die gesichter immer unter den "dächli" versteckt, die brauchen nicht unnötig mehr sonne ;-). neben uns kommen ein paar trainer der amis an einen tisch und zwei jüngere männer ziehen ihre skijacke ab, darunter tragen sie die gleichen jagt t-shirts.. sieht ja witztig aus, hier oben im schnee, die tarn-shirts in grün/braun/khaki ;-).

nun gut, wir können nicht ewig in den sesseln hängen, also wieder auf die ski und los. fredel übernimmt die nachmittags tour-führung und ich singsange hinter ihm her.. vom lift aus beobachten wir ein paar trainings-bubis-amis die mit ihrem zerzaust ausschauenden (der war schon letztes jahr hier) trainer.. zwei jüngis machen schöne schwünge und der dritte vollzieht eher eine lachnummer. der trainer ruft nur entsetzt: what the hell are you doing here?? wir lachen mit ;-). ein anderes jüngi macht einen auf ganzkörper-tanz und wieder müssen wir lachen.. so jetzt, wird aber trainiert..

nicht so wir, wir sind hier zum vergnügen und das haben wir auch, wenn wir nicht grad an unsere bläsuren denken - oder die eben gut spühren. auch werden unsere glieder nach einigen fetzt-fahrten wieder müder und wir blödeln nur noch rum und lachen und blödeln und dann machen wir wieder ein paar richtige schwünge.. nun gut, für heute ist bald genug und wir machen uns auf, die lange end-abfahrt anzugehen. zu diesem zwecke nehmen wir nochmals den oberen sessellift, wie wir es ja schon des öftern gemacht haben ;-).

so ein sessellift ist ja eigentlich auch nicht eine grosse herausforderung, wenn man begriffen hat, dass man sich den sessel nicht mit voller wucht in die waden preschen lassen muss, sonder ihn etwas abschwächen mit den händen (und vom liftpersonal, dass hier noch persönlich hilft)... nun, da sitzen wir also und fredel kommt in technische höhenflüge und beginnt mir zu erklären, wie nun die sessel an dem dicken, bedrehten, stahlseil angemacht sind. ich als ehrerbietige frau höhr natürlich gebannt zu und nicke ganz interessiert und als mein alleswissender mann noch mit dem stock ansetzt um mir genau zu zeigen, woooo nun was ist, da macht es schwups und sein rucksack ist weg..

der war doch grad noch zwischen uns, jetzt liegt er auf der piste ;-).. nun gut, ich kann nicht mehr ganz so interessiert zuhöhren und mein mann starrt in die tiefe, ungläubig.. ja, auch einem superhero kann mal was passieren, selten, aber es kann.. fredel meint: zeit um nach hause zu gehen, ich meine gar nichts mehr, ich gröle nur noch, krümme mich und die tränen kullern mir über die roten backen.. ich bring kaum eine kurve hin vor lauter lachen und fredel sammelt die verlohren ladung wieder ein ;-).. man, war das lustig!! zumindest für mich.. es geht lange, bis ich wieder ein wenig ernst im leben sehen kann ;-)

auf der talfahrt treffen wir auf 3 supersenioren (die fahren hier gratis) und der eine spricht uns an mit den worten: was für eine schadne, so viele menschen auf der piste ;-))). auch er hat in der schweiz an der uni gearbeitet, oder eben studiert, oder was auch immer. er schwärmt auf jeden fall von all den skigebieten in der schweiz und ja, in zürich war er auch, da musste er ja arbeiten ;-). die herren lassen uns den vortritt und meinen noch: schön dass man hier bis fünf uhr fahren kann (ja, wir jungen gemüse mögen aber auch jetzt um vier uhr schon nicht mehr ;-) und wir nehmen die letzten höhenmeter unter die bretter.

alsbald sitzten wir auf dem nächsten terässli, schlürfen kaffe, plaudern mit einer argentierin am nebentisch und fredel liest mir von seiner skibibel vor.. na ja, wohl eher eine selbstverwirklichung eines in den buddismus eingetretenen skiguru, oder so. ob die worte in den netten buch wirklich die ohren von SKILEHRERN findet?? ich wag es zu bezweifeln.. fredel findet auf jeden fall seine wahre freude daran und zitiert und lamentiert ;-).

als sich neben uns ein betrunkener, eher unsypmatischer herr sitzt und uns etwas vorlallt und noch versucht charmant zu sein (als fredel zahlen geht, will er es wissen), da verlassen wir das feld doch lieber ;-). bald sind wir im matzmobil und wir schälen uns aus unseren skiklamotten und begutachten unsere sabbernden bläsuren.. na ja, tut dem heilungsprozess wohl nicht wirklich gut, wenn man immer weiter auf den latten steht ;-). ich stell mal wieder mein natel ein und eine sms von kurigeri kommt rein. sie und gudi waren heute im kickboxen (für gudi mal ein schnuppern) und es wird berichtet darüber.

auf der piste ist mir genau das mal durch den kopf.. wann ist jetzt das test-training von gudi? glaub erst in einer woche, aber genau da war es.. die beiden haben wohl an mich gedacht und ich hab die vipes empfangen.. ich komm eh grad auf den sentimentalen, schreib kurigeri noch ein mail und ich freu mich riesig, dass die beiden nun kontakt haben, das passt, bin ich sicher!! auf 2 meiner liebsten freundinnen!! denk an euch!! in der momentanen stimmungslage will ich nicht weiter an tecnischem gerät sitzten, ich wechsle aufs bett, stricke ein wenig, lass die ruhe durch meinen körper fliessen, bin einfach und zufrieden.

erst ein hüngerli treibt mich wieder ins wohnzimmer und die küche. ich koche resten-pasta, fredel vernichtet resten-aufschnitt, so geht das. dazu noch etwas tv-schauen und gut nacht.

eitel sonnenschein und blauer himmel begrüsen uns zum tagesanfang. da lassen wir uns nicht lange bitten, kochen kaffe, zmörgelen, verwandeln den zmorgen tisch in ein lazaret, verbinden und verpflästerlen unsere blasen und wunden, und dann sind wir auch schon bereit einen weiteren tag auf la parvas pisten zu verkarven.

während es schnitz zuhause noch gemütlich einrichtet, mache ich mich schon auf, die tickets zu organisieren. meine freundin im skigebiet office wird heute ein wenig von zwei mitarbeitern gestresset,und dann kommt da auch schon wieder der turi skilehrer und will schon wieder eine invitacion. trotz genervt und schlechter laune kriege ich wieder ein gratis billet für mich, und so kommen wir wieder in den genuss von einem günstigen skitag.

bald sind wir wieder auf dem obersten sessellift. schine heckt einen gewagten plan aus. sie nimmt sich vor heute alle lifte fünfmal zu fahren und dann erst die piste zu wechseln. als sie mir ihren plan nach der zweiten abfahrt kundtut hat sich die zahl schon auf drei verringert, was für uns beide wohl genug ist. zumal die pisten je nach hanglage im einen moment noch pickelhart aber ein wenig weiter drüben gleich verry slashy sind. das ist das los der frühlingsskifahrer, und wir geniessens in vollen zügen. mangels ausdauernder muskelfasern lassen wirs zwischendurch auch mal gekonnt rutschen, singen bei jedem schwung, und fliegen mit weit ausgebreiteten armen die pisten runter.

immer beim langen sessellift fahren quält mich meine fersen blase, und das kleine teil brennt trotz professionell angelegtem druckabsorber verband wie feuer. ich bin richtiggehend froh, als die drei lift fahrten überstanden sind, und wir uns dann endlich auf die sonnenterasse setzen können. wieder kommen wir in den genuss vom vip spezial service. der servier boy welcher nicht bei allen gästen so aufmerksam ist wie bei uns, schnappt sich meinen kasabon und bringt uns das menue eins.

zum essen geniessen wir die aussicht auf die anderen gäste, könnens natürlich nicht lassen die einen oder anderen zu belächeln, worauf wir wiederum ebenfalls belächelt werden. zum dessert gönnen wir uns eine süsse abfahrt auf der nun schon etwas aufgeweichten piste, und queren wieder ans andere ende des skigebietes. schon eine gewisse müdigkeit in den knochen nehmen wir zum letzten mal für heute den sessellift ganz hoch.

ich schaue mir die konstruktion etwas genauer an, versuche das ganze meiner frau trotz desinteresse zu erklären. als wir beide den blick nach oben wenden, gibts plötzlich platz auf unserem sessel, und auf der piste unten knallts. so geht das wenn die rucksäcke fliegen lernen. da am sessel keine rückenlehne angebracht ist, konnte der rucksack hinten runter rutschen, und kam so in den genuss seiner ersten flugstunde. es grenzt an ein kleines wunder, dass schnitz nicht gleich mit vom sessel gefallen ist. sie konnte sch kaum mehr halten vor lachen, und rutschte beinahe hinterher.

ich finde den rucksack unversehrt, direkt unter dem lift, zum glück keinen skifahrer erschlagen, hätte wohl in der hochsaison anders ausgesehen....wieder voll ausgerüstet machen wir uns an die "güggeli" abfahrt. halten einen kleinen schwatz am senioren corner, und sitzen wenige schwünge später auf der sonnenterasse des saint tropez restaurants. zum käfelen plaudern wir mit einer argentinierin mit neuzealändischen dialekt, und geniessen die familiäre apres ski atmosphäre. diese währt dann jedoch nicht sehr lange, da sich plötzlich ein semi nüchterner herr neben uns setzt, einen ziemlich unsympathischen eindruck versprüht und wir uns gezwungen sehen die rechnung zu verlangen, und einen freundlichen abgang zu machen.

mit einem baguette im rucksack -don luis muss ja nicht gerade sehen dass wir ihm untreu werden -, lassen wir den netten herrn mit sich selber plaudern, und wandern nach hause. ich räume erstmal den halben werkzeug kasten aus, und knfiguriere meine skistöcke neu. am einen fehlt das tellerli am andern die metallspitze. nun muss man die dinger nicht unbedingt reserve dabei haben, da solche ersatzteile immer und immer wieder auf der piste rumliegen. ich habe also heut währedn dem fahren zwei reserve teller gefunden, sowie ein komplettes spitzen set von einem karbon stock. das mich das ausbohren und zurechtschneiden des skistockes und der teller dann den halben zeigfinger geskostet hat, sei hier nur am rande erwähnt, da fotos mehr sagen als tausend worte.....

bald ist dann alles im keller verstaut, und wir sitzen beide voller spannung am kompi, und könnens kaum erwarten bis der elektronische breifkasten geöffnet ist und wir nachrichtena us der schönen weiten welt lesen können. schnitz gönnt sich ein verdientes kleines päuschen und ich beginne schon mal mit der vorbereitung eines kalten plättlis um das eine oder andere päckli schinken vor dem ablaufdatum zu retten. ruscheli rettet ebnfalls und zwar die restlichen pasta hörnli und tortelloni was für sie eine gewaltige schale energie ergibt.

energie hin ernergie her, nach dem znacht läuft ausser abwaschen gar nichts mehr, und wir sind alsbald beide im bett.....

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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