tagebuch 04. august 2006
chile / bei mejilones auf der klippe - irgendwo in der atacama wüste an einer ruine


gas gefüllt, was für ein erfolg was gmacht isch isch gmacht
ich hab mal wieder, wie schön öfters und mir unerklärlich (hab ich doch nicht die geringste angst vor dem fliegen), von einem sehr realistischen flugzeugabsturz geträumt. so nah dran war ich aber noch nie, musse mich sogar mit einer art pult von den rumfliegenden teilen retten (ich und gudi sassen in einer abflughalle und grad davor ist der flieger runter). gibt mir echt rätsel auf, aber ist nun mal so. als ich wieder unter der wachen bevölkerung bin, gehts los mit kaffe brauen und tee kochen und müsli bereiten und fredel und ich diskutieren alsbald in unserem wohnzimmer über dies und das und meine rotring-zeit etc..

vor wir losfahren bläst fredel noch den luftfilter aus, der hat es nötig. so sollte unser haus wieder besser einatmen können beim fahren. also los, adieu du schöner ort, adieu ihr alle vögel und adieu seehunde und adieu bucht und überhaupt. wir fahren alsbald auf der strasse richtung antofagasta und staunen nicht schlecht: noch fast 100 km. also weiterfahren, müll abliefern an den schön bezeichneten tonnen und schon bald fahren wir ins bekannte ort ein. bei der grossen lipigas planta machen wir einen versuch unter dem motto: was gmacht isch, isch gmacht: wir wollen gas füllen und fredel bringt es doch tatsächlich fertig, dass wir zumindest wieder 10 kg in einer flasche haben. das ist das erste mal, dass wir in chile gas gefüllt gekriegt haben.

ich nützte die wartezeit um die fahrerkabine etwas zu reinigen, einzurichten und dann fahren wir auch schon wieder. wir suchen eine autowasch-stelle und werden nicht fündig. dafür finden wir auf anhieb den lider wieder und stehen auch wie gehabt bei der anlieferung (ins parkaus würden wir beim besten willen nicht passen). erst geht es in den baumarkt wo wir schon eine pfeffermühle und eine chnoblipresse erspähen. gekauft wird später, als fredel unten im lider am zahlen ist - so können wir zeit sparen ;-). fredel zahlt das ein und andere und sogar noch ein paar clipboxen ;-), ich berappe eben die oben beschriebenen sachen und alsbald sind wir wieder vereint. ich wär übrigens überaus "chäufig" gewesen ;-).

ich hab für fredel noch einen gameboy laden ausgemacht und den besuchen wir auch und verlassen ihn ohne neue spiele. viel zu teuer, totaler abriss, und das nur fürs tauschen. besser die bazen in musik umsetzten. ein junger mann berät uns besten und wir haben wieder ein stück südamerika im soniky. shopen macht hunger und den stillen wir etwas unromantisch im mc donalds. an der trese arbeitet ein neuling und es geht eine gute weile, bis wir alles haben. dafür füllt er meinen mc flurry mit etwa einem halben kilo schokolade, fast zu viel für mich ;-).

jetzt aber los, die wüste wartet, der winter auch. wir sind bald auf der küstenstrasse durch antofagasta und versuchen wifi-strahlen einzufangen. fredel muss ein paar mal anhalten, aber schlussendlich erledigen wir unsere "geschäfte" am alten ort vor der disco. danke liebe elektrica! vor uns sammeln sich kinder auf einem sportplatz und die väter stehen mit rausgehobener brust rum - und rauchen ;-). alles listo, unser page ist a jour, wie schon lange nicht mehr, es geht weiter. das matzmobil macht mit uns höhe und wir verabschieden uns vom grossen meer für eine kurze weile.

ich schwelge so richtig in vorfreude für den winter, skifahren, airboarden, schneeschuhlaufen. es geht bei uns beschwingt durch die recht schöne wüstenpassage (gar nicht so langweilig wie wir das in erinnerung hatten), wir singen, wir zeichnen herzen in die luft, wir geniessen uns und das leben. langsam tüncht die sonne alles in schönes abendlicht und ich finde uns einen platz für die nacht. etwas weg von der strasse, in einer verlassenen mine. um uns 2 hügel voller abgetragener erdmasse, nicht grad idyllisch, aber ganz o.k für eine nacht.

wir machen uns grad auf, das gelände zu erforschen und staunen mal wieder nicht schlecht: der mensch gräbt! man kann sich richtig vorstellen, wie hier gearbeiter wurde.. dann räum ich noch die erstandenen sachen ein und präparier mir einen tom-moz salat, fredel, was macht er sich? ein kaltes plättli, wie er leibt und lebt. beim einem spannenden höhrspiel essen wir, ich stricke noch etwas und schon bald machen wir uns auf, um zu schlafen ;-)

nach einer etwas unruhigeren nacht die, nicht dass mich schnitz die ganze zeit belästigt hätte, eher dem cabarnet zuzuschreiben war, ein kurzer zmorgenplausch, und dann gehts dem winter entgegen.

aber bevor wir gas geben, wird erst noch der luftfilter ausgeblasen, der auf unserem asphaltierten parkplatz fast eine zweite sanddüne liegenlässt. dann sind wir wieder auf der panam, und ich bin etwas verwundert, dass wir immer noch 70 km vor antofagasta sind. aber schon bald sind wir am flugplatz vorbei, in dessen anflugschneise wir das letzte mal fast eine woche ferien auf den klippen gemacht haben.

als wir uns langsam der antofagastischen urbanisation nähern, stechen uns zwei sachen ins auge. erstens, dass die jungs mit dem strassenbau hier gas geben. wo vor einigen monaten noch staubige desvios um noch staubigere baustellen führten, stehen heute unterführungen, und die landschaftsgärtner sind schon daran die ersten grünstreifen zu bewässern. zweitens sehen wir eine lipigas planta=werk, welches wir kurzentschlossen anfahren. was gmacht isch isch gmacht ist die deviese.

nachdem ich den portier angefragt , die flasche ausgebaut und ans tor gebracht habe, ist schon ein etwas schwafliger abfüllspezialist da, und nimmt einen augenschein. erst scheint ihm das ganze nicht so sehr geheuer zu sein, nimmt dann aber die flasche doch mal zu genaueren abklärung mit. fünfzehn minuten später sind wir wieder im besitze unserer 13kg euro flasche mit 10kg lipigas gefüllt. das erste mal, dass wir in chile unsere flasche füllen lassen konnten.

mit langen hälsen und grossen augen fahren wir weiter stadteinwärts. gerne würden wir dem matzmobil nun doch noch eine wäsche zugute kommen lassen. aber dies sieht dann eher schlecht aus, und ehe wir uns versehen stehen wir schon auf unserem privat parkplatz bei der anlieferung vom lider. konsumgeschädigt wie wir sind, kommen wir nicht am homecenter sodimac vorbei, und schlendern durch die gestelle. hier springt uns doch tatsächlich endlich mal eine ansprechend aussehende pfeffermühle an. gleich daneben finden wir die knoblauchpresse welche wir seit unserem letzten knoblauch brot versuch unbedingt in unserem haushalt geräte stock haben müssen.

im lider ist dann bereits ziemlich was los. zum glück brauchen wir keinen grosseinkauf zu machen, und wissen ziemlich genau was wir brauchen. erste priorität haben schines tupper ware. wir werden mal noch einen wettbewerb ausschreiben, mit der preisfrage: wieviele tupperware können in einem matzmobil verstaut werden???? meine erste priorität = alfajores welche hier ausverkauft sind, und mich schier amoklaufen lassen. gibt es ein frühstück ohne die kleinen runden schokoladigen doppel biskuit mit manjar dazwischen??? schine meint ja und führt mich zu einem gestell mit schokolade caken.

auch brot, früchte und gemüse werden nochmal aufgestockt, sowie ein kilo poulet brüstchen welche für unsere dreizehn jahre zusammen sein feier bestimmt sind. während schnitz die beiden anderen sachen im homecenter besorgt, übernehme ich die bezahlung beim lider, dann wird alles verstaut, und wir stürzen uns noch mal ins getümmel. ruscheli hat für ihren süchtigen mann einen shop gefunden, wo game boy spiele getauscht werden können. aber sfr 25 .-- oder noch mehr, ist mir dann für einen tausch einfach nicht fair genug, und ich lasse diesen deal sein. da investieren wir doch beide lieber in einen mc flurry und chicken menue, und verputzen dann noch zwanzig franken für zwei echt authentische musik cd's.

nun gehts aber an unsere letzte pendenz für heute. antofa ist bei uns bereits berühmt für seine vielen wifi netze. in alter manier hat schine die vaio dame auf den knieen, und wir fahren durch die stadt. enden tut unsere piraterei dann eh wieder beim electronica netz, am selben ort vor der disco wie beim letzten mal. kurz noch alle mails abgerufen, einige kurz beantwortet, home page rübergebeamt und dann gehts endgültig ab, zuerst in die wüste und dann in die hoffentlich mit meterhoch schneebedeckten berge.

ob es am wetter oder an unserem mangelnden erinnerungsvermögen liegt, wissen wir nicht, aber diesesmal kommt uns die wüste viel abwechslungsreicher vor. wir fahren an der riesen hand in der wüste vorbei winken ihr ebenfalls zu, und erfreuen uns dann an den verschiedenen braun beige gelb golden tönen der bergketten im hintergrund. nach zwei stunden biegt schnitz von der panam ab, und fährt auf zwei ablagerungs hügel einer stillgelegten mine zu. zwischen den kleinen bergen stellen wir unser zuhause hin, und begeben uns auf eine kleine erkundungstour. ausser riesen löcher, einem eingangsportal in der tiefe und eben den aufgeschütteten ablagerungen haben die betreiber nichts zurückgelassen.

zum znacht bereitet sich schnitz einen tomozarelli, was mich fast zu einem kalten plättli nötigt. danach setze ich mich in die minenlandschaft, verbrenne ein freitagszigaret und lege mich dann zu meiner strickenden frau.

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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