tagebuch 19. juli 2006
peru / arequipa


flötenzauber der rattenfänger von arequipa....
früh wach, wie meistens, les ich noch ein paar zeilen. gudi schläft noch, recht atypisch. irgendwann wird sie von kaffe und teepräpariern geweckt.. so gehts ja nicht, immer sprüche machen und dann länger schlafen als wir ;-). es folgt ein munteres beisammensein und geplauder und gudi meint: ist das schön so zeit zum reden zu haben.. genau, das haben wir: zeit.

die wird von fredel genützt um die tankaufhängung zu flicken, die gestern den geist aufgeben hat. er geht sogar auf meine modischen bedürfnisse ein und nimmt ein blaues band ;-). gudi verweilt etwas im wc-haus, ihr magen spinnt und als sie zurück kommt machen wir im schönen garten die übungen. ich bewundere danach noch die pflanzenwelt in dem schönen hinterhof und dann gehts nochmal eine runde ans diskutieren über das buch meiner tante.

dann rücken wir geschlossen aus, arequipa nach geschenken zu durchforsten. und da es ja überraschungen sein sollen, werden sie nicht ins detail darniedergeschrieben, aber für den ein oder die andere wird etwas erstanden und in den rucksack gefüllt. ich verköstige mich mit einem softice und dann mach ich bei einer zweiten runde glace natürlich auch noch mit, wär ja gelacht. heut wollen wir es eh anders machen: am mittag etwas essen, dass wir am abend apetitt haben für auswärts essen, so der plan und es wird mal wieder anders kommen, zumindest für mich ;-).

vor einer bank hat es eine riesen menschenschlange, was ist denn da los?? gudi will es genau wissen und fragt nach. die menschen wollen ihre adresse ändern, thats it und dafür warten sie wohl den halben tag, kein problem, man hat ja zeit und geduld. shopen macht müde und wir haben da einen chinesen mit fried rice gesichtet, etwas für gudis lädierten magen (der soll jetzt mal besser werden). da sitzen wir also grad an der stasse, schauen dem stadttreiben zu und essen unsere teller leer. bei einem stück zögere ich, nehm es doch ein, ein bischen eingetrocknetes ei..

alle sind wir etwas müde nach dem male und hängen noch etwas in den umbequemen bänken. die sonne lacht und bald durchstreifen wir wieder die gassen von cusco. 2 junge touristinnen tun das auch, mit dem führer in der hand, wohl auf der suche nach dem museum, wie wir gestern. wir helfen den beiden auf die sprünge. mir geht der rauchende vulkan nicht aus dem kopf und wir versuchen rauszufinden, wo der genau ist (vielleicht kommen wir nochmal dran vorbei?!?) aber in der touristinfo kann man uns nicht helfen und gudi findet in einer agentur einen netten herren den sie in perfektem spanisch ausfragt, ich staun nicht schlecht.

dann liegts an mir, eine nette frau zu finden, die uns einen instrumentenladen der einheimischen empfehlen kann. auch das schaff ich und alsbald sind fredel und ich im besitzt einer schönen holzflöte.. das spiel darauf ist gar nicht so einfach wie man denken würde, nichts mit einfach reinblasen und es kommen töne, weit gefehlt. wobei, manchmal kommen schon welche raus, aber eben nicht die die richtig klingen. übung wird den meister machen. mich springt in einem souvenierladen noch eine fingerfigur an, eine knallbunte schnecke mit liebem gesicht, die trag ich auf weiteres am finger ;-)

auf der plaza setzten wir zu einer runde erholung an und lassen uns auf eine bank nieder. der herr neben uns geht auch bald - lag es am flötenspiel von gudi?!? - und wir können uns ausbreiten und dem treiben zuschauen. hier ist die atraktion die vielen tauben. ein gekreische von ein paar mädels als die vögel auffliegen, es geht was. bald wird uns die sonne zu viel und wir schlendern richtung matzmobil. gudi geht noch ins internet und fredel liegt alsbald wieder unter dem matzmobil. ich lieg auch, aber auf dem bett, mit meiner schnecke am finger und er flöte in der hand.

meine ersten versuche scheitern kläglich, einige wohlklingende töne aus dem schönen teil zu bringe, das ist mir aber egal, ich hab so freude daran.. mir kommt meine kindheit in den sinn, flötenspielen wie ich es damals gemacht hab.. dann leg ich mir noch die engelskarten und sie sagen mir, wie schon oft, loslassen.. aber das ist ebenfalls nicht so einfach, wenn ich doch nicht mal weis was genau ;-). aber ich nehms mir zu herzen. hab ich das wort heute morgen beim thema elvira schon in gedanken.

dann kommt eine sms rein von kurigeri, die mir grad ein trändli in die augen treibt.. schön von ihr zu lesen. ich lieg da also auf dem bett und langsam aber sicher beginnt ein unwohlsein, mein magen reklamiert zuerst nur ein wenig und dann viel mehr, mir wird schlecht.. was ist bloss los mit unseren bäuchen?!? haben die bohnen oder eier solch grossen schaden hinterlassen? wie auch immer, mir wird schnell klar, es waren wohl wieder die eier. peru ist für mich eier-technisch gestorben. das ess ich nicht mehr, bestimmt. mein armer magen, der musste echt leiden, er tut mir wirklich leid und ich hoffe, es geht ihm bald besser.

aber leider wird es nicht besser, nach einem wc gang ist entschieden: ich mach an dem heutigen restaurant besuch nicht mit. so lass ich gudi und fredel ziehen, verkriech mich ins schlafgemacht, werde von krämpfen gebeutelt und bin einfach nur fix und fertig. es steht mir eine qualvolle nacht bevor, aber da muss ich durch, mein schnäggli ist mir trost ;-). und fredel läss mich auch gewähren mit kehren und furzen und görpsen.. ich bin dankbar, kann ich zwischen den attacken doch mal noch schlafen, hätt ich nicht gedacht.

als gudi endlich die augen aufmacht, haben schnitz und ich längst die kaffe und tee vorbereitungen getroffen. den beiden frauen plauderts heut morgen einfach von der leber weg, und mit wirds dann irgendwann mal zu tiefgründig für einene morgenfrühschwatz.

also stürz ich mich ins kombi und beginne die mammut tec zurrgurten als neue tankhalterung zu konfigurieren. die erste farbwahl von mint grünm entspricht nicht ganzh dem farbkonzept meiner frau, worauf ich mich fast genötigt fühle ein hellblaues band über den holmen einzufädeln.... wenn ich dann mal dran bin, dann bin ich dran. als ich die zierleiste bohre um die anderen schrauben zugänglich zu machen, meint schine schon ich würde das in sich geschlossene chassis holmen system durchlöchern. dafür wär wohl meine furz akkumaschine eh etwas zu lahm, schreit sie doch schon wieder nach einer ladung strom nach vier löchern im butterweichen alu bohren. nächste anschaffung ist eine rechte bosch oder hilti akku borhmaschine wie sie rene auf dem fundo zur verfügung stellt.

auch der wassertank kriegt gleich noch eine volladung ab, und dann machen wir uns alle drei geschlossen auf in die stadt. heut ist präsent und instrumenten kauf angesagt. aber erst muss ich meiner frau ein dreissig rappen ice cream kaufen. so ist sie für die nächsten drei quadras ruhiggestellt. da überkommt nämlich gudi die lust auf ein helado, und schnitz - das erste grad knapp vor dem eintritt in die heladeria - fertig verputzt, steht natürlich nicht hinten an, und genehmigt sich ein zweites.....

dann begeben wir uns in einen innenhof von einem alten gebäudekomplex. hier in den wandelgängen sind jene souvenier shops. nicht von der art wie man sie an jeder ecke sieht, sondern von der edleren sorte. am nafang sind wir noch alleine, dann wird der ort von einer gruppe turisten - die überall auf der welt gleich reden wie in ihrem land, und deren nationalmanschaft im fussbal alle weisse shirts und schwarze köpfe haben und knapp nicht weltmerister wurden - überfallen. die rücksichtslosigkeit und ignoranz ist wirklich unübertroffen, und wir können das gehabe nur mit humor nehmen.

vollbeladen mit gschnekli verlassen wir den komplex, und ziehen weiter. als nächstes ist die suche nach einem musikfachgeschäft angesagt. diese wird jedoch nach einem inka cola shirt kauf gudisseits abgeesagt, da wir heute wirklich mal auswärts essen wollen, und deshalb beschlossen haben schon gegen mittag etwas kleines zu essen, um dann bis zum abend ohne hungerast überleben zu können. um sieben ecken rum sind wir wieder fast zurück an der plaza wo wir uns bei einem chifa=chinesen das mittagsmenue, bestehend aus mixed reispfanne mit fleischmöckchen und wantan besteht. gudi gibt sich ihrem magen darm trakt zuliebe nur mit reis zufrieden.

dann geht die lädeli abklapper odysee weiter. im einen und im anderen werden armbändeli und fingerfgürli schnecken gekauft, und nach dem schine sogar ein turisten info ähnliches kabäuschen gefunden hat wo man uns die richtung zur musikgeschäft strasse weisen konnte, können wir auch diese pendez bald streichen. unsere flöte war mit abstand die schönste, und kostete auch kein vermögen. einmal mehr wünsche ich mir, dass wir dem flötenspieler in den inka ruinen eine cd abgekauft hätten.

an der plaza lassen wir die ferien stimmung noch ein wenig auf uns einwirken, und haben, als gudi ihre panflöte kurz mal ansetzt, sogar eine ganze parkbank für uns alleine. dann machen wir uns auf den nachhauseweg, wo die frauen einekleine siesta halten und ich die tankaufhängung vollende. schine fühlt sich wie ein condor, oder noch schlechter. ihr gehts gar nicht gut, und ihr magen rumort einmal mehr. irgendein kleines stückchen altes ei muss sich bei ihrem mittagsreis eingeschlichen haben, und bringt nun ihre erst gerade genesene darmflora schon wieder durcheinander. bald mal gibt sie forvait für die heutige auswärts schlemmerei.

als ich mit gudi richtung stadt ziehe haben wir wie ein deja vu erlebniss. mussten wir doch auf dem jakobsweg schon alleine auswärts essen gehen, während schnitz krank im bett lag..... wir schlendern der buss halte stelle gasse entlang, finden endlich eine strassen grill spiessli gasse wo ich mir naürlich sofort eines genehmigen muss, und enden dann in einem netten restaurant mit peruanischen spezialitäten und wer hätte das gedacht mit einer live musik....

wir bestellen die lang ersehnte cheviche= rohe köstlichkeiten bei uns trucha in limon und anderen säften eingelegt. dann verklemme ich mir ein cuy = meerschweinchen zu probieren, und bestelle statdessen ein halbes alpaca. auch gudi geniesst ein riesenteller mit reis kartoffelstock und einem bitz fleisch. dazu genehmigen wir uns ein halbeli hauswein, und sehen gemäss der weinbestellung den anderen gästen sofort ihre nationalität an. die einzigen die weissen saufen sind franzosen, die einzigen die übertreiben müssen und zu zweit einen ganzen liter hauswein vernichten sind briten, und wir schweizer versinken in der neutralität von einem halbeli roten.....

gut verköstigt finden wir den nach hause weg durch dunkel gassen und verwinkelte strässchen dann doch noch. schine ist immer noch am leiden, gibt komische töne oben und unten raus. ich lass mich von der geräusch kulisse nicht stören und schlafe friedlich ein.

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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