tagebuch 12. mai 2006
bolivien / werkhof bei el alto (ignenieria de transportes)


fredel ist schon fast heimisch.. 25'000 flaschen gas pro tag....
ich hab schlecht geträumt.. fredel hat sich mit gudi zusammengetan und mich so verlassen, viel tränen etc.. ich bin also etwas anhänglich heut morgen ;-). träume sind ja bekanntlich schäume.. aber anstrengend war er, dieser traum ;-). auch fredel erzählt mir seinen und wir verschlingen fast inneinander. dann geht fredel, sehr gemütlich, ans kaffebrauen. wir sitzen am tisch, essen das zweite sachertortenstück und schlürfen den meisterkaffe..

fredel "muss" mich immer mal wieder ganz fest umarmen und ich lass es gerne zu. ausser mein bauch, der will keine nähe, der will ein wc.. also raus in den werkhof, allen arbeitern nett zulächeln und grüssen und dann schnell ins wc verschwinden ;-). zurück im matzmobil ist es kuschelig warm und einfach nur schön. und wenn es schon so schön ist, warum nicht noch schöner machen... ich bin geschäftig und fredel auch.. mein mann schlüpft ins kombi und nimmt sich der thematik gas an.. und seine geschäftigkeiten sind heute sicher interessanter zu lesen als meine..

oder interessiert es jemanden wie man genau einen vorratsschrank ausräumt, die dosen reinigt, die daten kontrolliert, die liste aktuallisiert? oder wie man schonend den neuen bh von mercedes wäscht und fachgerecht aufhängt?? (ok, das ist ja noch fast fantasievoll ;-).. und wie mann dann auch noch fredels strickmütze schwenkt im waschwasser um ihm eine freude zu machen? oder könnte es eventuell jemanden interessieren, wie hausfrau kästli ausräumt, reinigt und neu einräumt (neues system, neues glück). na ja, vielleicht, unter umständen könnte es auch äusserst interessant sein wie ich den bank auf dem ich jetzt grad sitze mit wein und ähnlichem gefüllt hab?? jetzt haben die flaschen sogar ein weiches polster und im badezimmer somit mehr platz für die dreckwäsche.. jaja.. ich denke, um ganz ehrlich zu sein, das ist alles nicht so wirklich spannend.. aber wohl fühlen tu ich mich im matzmobil noch mehr jetzt!! das ist wichtig ;-). ich geht also nicht weiter ins detail.

fredel ist nach der gas-odysse mit seiner geschichte und vollen flaschen zurückgekommen und mir noch eine art empanada serviert, die er am strassenrand gekauft hat, 2 stück gefüllt mit halbem ei, kartoffeln, gemüse etc für 30 rappen. und just als er in die teigtasche beisst, mein geschäftiger mann, da kommt einer vom werkohof und schenkt uns je 2 richtige, supergute, vollgefüllte empanadas in maisteig.. ein geschenk des hauses meint er, und will unter keinen umständen geld annehmen.. echt supernett die arbeiter hier.

fredel geht zu den jungs rüber um zu essen und zu plaudern und plagieren. er weiss jetzt auf jeden fall, wo es die schönsten frauen im land gibt.. er gehört zur crew schon fast dazu.. das schätz ich an fredel echt, er geht offen auf menschen zu und sie nehmen in auch immer offen auf. so kommt man näher ans volk, kann mehr über das leben hier erfahren.. ich bin also nicht nur mech-technisch stolz auf meinen jüngling (man errinnere sich, er ist im momment grad 2 jahre jünger als ich) sondern auch in sachen offenheit und fröhlichkeit.. schön mit so jemandem zu reisen..

der tatendrang geht weiter. wir richten das aquqrium neu ein mit kiste und deckel. hier hat es immer viel staub und dreck und somit können wir die reiseführer etc, die immer zwischen fahrerkabine und wohnraum pendeln etwas schützen.. eine etwas grössere kiste wäre perfekt und somit ist der startschuss für fredel abegefeuert. er rückt nochmal ins "dorf" el alto aus um so einiges zu suchen und das eine auch zu finden. ich mach weiter in oben genannten untenehmungen und die zeit verfliegt.. jetzt ist es so richtig schön zu hause und der compi ruft, ich starte die maschinen und geht hinter die fotogallerien.. was wir schon wieder alles gesehen haben, unglaublich.

plötzlich ist der strom weg und ich fahr alles runter.. fredel meldet sich über funk, dass er auf dem heimweg ist.. da soll er doch die strombeschaffung übernehmen ;-). bald steht mein manne im kombi vor der tür und zaubert aus den unendlichen taschen des "übergwändli" schellen, pinsel, blech etc hervor und dazu noch ein schleckstengel in monsterformat, der umgehend in mein maul gesteckt wird. er hat seinen schon geschleckt und gekauft, es ist noch ein kaugummikern drin. fredel ist nicht zu halten, repariert noch den kofferaum-öffungs-mechanismus und macht wieder corriente (strom) im matzmobil.. ich kann also wieder tippen und da bin ich jetzt dran und werd eine zeitreise in den april machen.. ja, wir sind weit hintendrein, wahr entweder zu hoch um zu schreiben oder zu viel los.. zum glück haben wir unsere notizen.

unterdessen ist noch der chef von hier vorbeigekommen mit sohn. eine matzmobilbesichtigung und etwas plaudern und ich bin so richtig froh, konnten wir persönlich danke sagen!! ist ja echt nicht selbsverständlich dass wir hier stehen können und dazu noch die arbeit der jungs hier. wir sollen für alles 200 bol zahlen.. das sind etwa 30 chf.. da werden wir sicher noch aufrunden! daaaaaaaaaanke!!!

ich breche das projekt computer bald ab, fredel seiner "chräscheled" wieder.. also besser runterfahren und raus fredel beim zusammenräumen helfen. wir kippen die kabine zurück und dann ist es getan für heute, ab ins pyjama und gemütlichkeit geniessen. fredel im bett, ich am kaltes-plättli präparieren. über den film den wir zum znacht schauen gibts eigentlich nicht viel zu berichten, ausser vielleicht: wie findet man geldgeber für solches ;-))) starship trooper for ever ;-))) ich beginne also schon wärend dem film mit zusammenräumen, abwaschen und um acht sind wir im bett, etwas lesen (fredel gameboy) und dann sind wir schon müde.. morgen sollen ja unsere räder kommen.. wir sind gespannt ob das klappt. wenn nicht, auch nicht schlimm, hier haben wir strom und alles was wir brauchen..

bis wir dann endlich aus unserem tiefen schönheitsschlaf aufwachen, herrscht im werkhof schon wieder reges treiben. es wird geschweisst, gestrichen, geschraubt und gehämmert.

zur abwechslung machen wir mal einen kaffe zum zmorgen, bringen ein paar notizen zu blocke, und dann kümmere ich mich um unseren längst fälligen gas nachschub. ich schultere die kleine 5 kg lipigas chilenen karaffe und mache mich zu fuss auf zur benachbarten gas planta. vor dem tor stehen drei vier lastwagen, alle die ladeflächen voll mit karaffen zum wiederfüllen. und da steht noch kleine fred mit seiner 5kg bubi flasche und will ebenfalls ein stück vom kuchen abhaben.

die ganze planta ist strengstens vom militär bewacht. schliesslich ist dies neben zinn und ein paar anderen bodenschätzen die grösste einnahmequelle der bolivianer. und erst gerade letzte woche ist die verstaatlichung der gasvorkommen verabschiedet worden, was scheints ein gutes zeichen sei. ich spaziere so sorglos als möglich neben den schwer bewaffneten soldaten rein, und werde vom commandante nach einer idntifikation gefragt. hab ich natürlich nichts dabei, also lass ich die flasche da stehen und kehre nochmal um.

zuhause leihe ich mir eine schubkarre aus, und nehme - da das reinkommen in die planta anscheinend nicht so schwierig ist - auch gleich die 13 kg europa flasche, die federwaage und das adapter stück mit. nun steh ich da umringt von all den lastwagen mit meiner schubkarre, eine 13kg und ein mini 5kg flasche auf der ladefläche, ausgerüstet mit einem besucher batch und einem persönlichen guide der mich zur abfüllanlage begleitet. die anlage sieht ähnlich aus wie eine milchzentrale. nur werden hier all die gaskaraffen auf die förderanlage gestellt, und diese wandern dann durch die endlosen bahnen bis sie am schluss mit einem schrumpfschlauch artigen plastik in handarbeit mit dampf versiegelt werden. 25'000 flaschen pro tag, wobei zu erwähnen ist, dass es heute wohl 25'001.5 flaschen sind.

ich darf also die karaffen abgeben, und werde ins registrier büro nebenan geschickt. hier füllt eine indio frau einen handzettel aus. ich erkläre dass eine flasche 5 kg fassungsvermögen hat, und eine 13 kg, wobei noch 3kg drin seien. diese angaben sind dann eher verwirrlich, und der señor compañero muss die flaschen besichtigen und wägen. ich zücke meine federwage, werde etwas belächelt, und die flasche wird auf die grosse interne waage gestellt. drei kilo inhalt voilà.

mit dem handzettel werde ich ins factura büro geschickt, welches sich unmittelbar neben dem caja büro befindet. die factura wird ausgestellt - zuerst versehentlich für 150 kg statt 15kg -, die zettel persönlich zur kasse gebracht, wo ich dann die 36.70 bolis = sfr.4.75 zu bezahlen habe.
mit den zetteln muss ich nun wieder zurück zur indio frau welche alles sauber abstempelt, mir eine unterschrift abverlangt, und ich dann meine eineinhalb flaschen an der abfüllanlage abholen kann. listo, alles palletti für fünf stutz 15 kg gas auf der schubkarre, und wieder auf dem weg nach hause wo ich aus lauter lebensfreude gleich noch zwei empanandas für 1 boli an einem strassen stand erstehe.

kaum zuhause angekommen bringt uns der vorarbeiter des wekhofes auch noch vier empanadas - geschenk des hauses - welche aber im vergleich zu meinen, einfach deliciöse weltklasse sind. ich geh raus zu den arbeitern - schine ist zu aufreizend angezogen für die jungs - plagiere und plaudere ein bisschen mit ihnen, bis sie wieder an die arbeit müssen. auch ich mache mich wieder ans tagwerk. der gasvorrat wird wieder festgezurrt, und das aquarium kriegt so nebenbei ein längst fälliges chrättli = chischtli.

dieses könnte jedoch etwas grösser sein, und weil ich eh nochmal ins alto raus muss, kommt dieses, wie einige andere sachen auch noch auf meine virtuelle einkaufsliste. die hauptmission ist jedoch, einem bankomaten 600 us$ zu entlocken. bereits wie ein einheimscher - immer noch im feuerwehr kombi -halte ich einen micro an, und lasse mich richtung autopista fahren. mitten im kuchen drin, sitze plötzlich nur noch ich im büssli. der fahrer fragt mich, wo ich denn hin wolle. die junge kassier/türöffnerin verputzts schier, weil der gringo offensichtlich keinen blassen schimmer hat.

ich steige aus, und die hektik und millionen einflüsse des alto packen mich. es ist schwer zu beschreiben was da alles abgeht, aber wenn man aus der matzmobilschen ruhe kommt erschlägts einen fast. ich schau mich in all den garagengrossen todo läden um. diese sammelsuriums sind wirklich mit allem nötigen und unnötigen vollgestopft, und so was von unübersichtlich, dass man fast gezwungen ist jedes ding anzuschauen. auch die preistransparenz ist nicht wirklich gewährleistet, jedes ding muss erfragt werden, und erstaunlicherweise wissen die verkäufer jedes detail ohne irgendwelche listen. ich leiste mir als erstes mal ein paar mechaniker handschuhe für 75 rp finde kurz darauf zwei pinsel - für zukünftige chassis behandlung - für sfr. 1.50

danach mache ich mich ans hauptprojekt. mit einem etwas mulmigen gefühl aufgrund der menschen menge auf der strasse, stelle ich mich an den ersten bankomaten und versuche ihm die dollars zu entlocken. die transaktion wird abgebrochen, und ich versuche mein glück drinnen. hier werde ich an die national bank ein quadra weiter vorne geschickt. an diesem automaten passiert genau dasselbe, und ich geh wieder in die bank rein, schnapp mir ein nümmerchen und warte. hinter dem schalter, es sind nur chiccas anwesend, wird gekichert und eine kollegin gerufen. diese drückt ein paar knöpfe bis meine nummer auf dem bildschirm erscheint. ich bin eh der einzige in der bank.....

aber auch die nette dame kann mir nicht weiterhelfen, und ruft nochmal eine andere angestellte, was aber auch nicht wirklich nützt. mit meiner ec scheint hier kein durchkommen. ich schlendere noch etwas den strassen entlang, versuche mein glück noch an ein zwei bancomaten, und greife dann auf die notlösung zurück. schnitz hat mir die visa mitgegeben, was zwar etwas gebühren kostet, aber wenigstens funktioniert, auch wenn ich soviel geld unter zwei mal rauslassen muss.

auf dem weg zurück erstehe ich noch ein paar spezial rohrschellen welche mir einen wirklich stabilen und professionellen eindruck machen, steige dann ins nächste micro ein, welches ca 2 km vor unserem zuhause abbiegt und ich sofort aussteigen muss. eine funkkontrolle ergibt einwandfreien empfang - wir sind die dinger immer noch am austesten - und ich bin bald wieder im werkhof.

ich konfiguriere gleich noch unsere kofferraumtüre, als plötzlich der grande chefe him self einfährt. er will sich wohl noch persönlich von der vertrauenswürdigkeit der turis überzeugen. wir halten einen kurzen plauder, wir bedanken uns herzlich für seinen hilfe, und fragen auch gleich noch was das ganze kostet. die gegenfrage kommt promt, was wir den freiwillig bereit wären zu bezahlen. witzli gsi, wir sollen den leuten morgen 200 boli geben und listo. die sfr. 30.-- lassen wir uns den aufenthalt mit strom, toilette nachtwache und vorallem samstags arbeit mit reifen aufziehen gerne kosten. danke nochmals, adios y suerte......

ich leg mich nun erst mal hin, während schnitz mal wieder ein kaltes plättli und ihre vaio dame auftischt. wir geniessen wiederum die chnusper mütschli, mit aufschnitt schinken und käse, und schmunzeln ab dem etwas sehr futuristischen flash gordon film verschnitt. zum abschluss der woche geh ich noch raus, mein freitags zigaret verbrennen, halte dazu einen kleinen schwatz mit dem neuen jungen nachtwächter, der mich über die schweiz ausfragt, und dann stolz erzählt, dass er bolivien recht gut kenne. also sicher oruru wo er eigentlich herkomme und eben la paz wo er jetzt lebe..........

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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