tagebuch 11. mai 2006
bolivien / la paz (garage von ernesto hug) - werkhof bei el alto (ignenieria de transportes)

umzug ;-) und secer reifen-entscheid recauchutamos los ruedas - neue reifen sind teuer und für bubis wir lassen aufgummieren
wir haben mässig geschlafen, sind am morgen noch müde. kaffe bringt uns auf touren und beim ersten wc-gang erfahr ich von namusis, dass wir nicht jammern können. die nachbaren konnten nämlich wegen namus's fürzen nicht schlafen ;-). sie sind schon seit drei in der früh wach.. ein schild mit dem wort: asyl an ihre scheibe geheftet zeigt uns, dass wir es hier im matzmobil sichtlich schöner haben im moment ;-))) kommt doch rüber, aber bitte ohne den hund ;-)

heut gehts los nach sorata, so der plan. also noch abrechnen mit ernesto. wir zahlen also für folgende arbeiten und folgendes material gerade mal 300 chf!!!
- ölwechsel mit 9 liter öl
- aus/einbau von 2 stossdämpfern vorne mit extra angefertigten spannern für die federn (geschweisst, 4 stück)
- 1 luftfilter
- 1 lt getriebeöl
- 2 sätzte bremsklötze
- ausfahrt mit 2 rädern um ventile zu wechseln
- diveres kleinmaterial (reparatur-schlauch, schellen etc..)
- fast 3 tage stellplatz und mitbenützung der garageeinrichtung

es ist zu erwähnen, dass die rechnung auf einem fresszettel gemacht wurde und ernesto eine aufrundung fast nicht akzeptieren wollte.. er gebe alles den arbeitern, "subärä siäch".. noch was: von der obigen rechung von eben, ca 300 chf sind fast die hälfte für die 4 bremsklözte draufgegangen.. unglaublich die preise hier.. zum abschied haben wir mit ernesto ein gutes gespräch über arbeitseinsatz etc.. ich kann verstehen, dass er am anfang etwas distanziert war uns gegenüber.. wir wirken vielleicht ja schon eher wie happy-hippys mit unserem mobil.. aber er hat sicher auch gemerkt, dass wir gar nicht so aus anderem holz sind wie er.. wir sind ihm auf jeden fall zu tiefst dankbar für all die hilfe und unterstützung und den sicheren platz hier!!

wir füllen noch den wassertank und vermerken uns kurz im gäste-buch und dann müssen wir noch beichten: wir haben an der wand mit unseren ersatzrädern eine kleine marke hinterlassen. alles putzen hat nichts genutzt.. wir sind verewigt.. wir beichten und ernesto meint nur: das sei ab heute der argauer-schandfleck ;-)))) er hat def. den schalk im nacken.. das matzmobil wird rausgefahren und ich plaudere nochmal etwas mit ernesto und schwärme von meinem papi, der so viel am matzmobil gemacht hat. dann kommt das thema reifen nochmals auf.. er ruft nochmal kurz den deutschen kollegen an, der hier eine spezial-transport-firma hat und all seine reifen (michelin) aufgummieren lässt und das hier in la paz..

auch norbi kommt noch des weges und hat auf einem pickup einen reifen r20 gesichtet. fredel und er rücken nochmals aus, um rauszufinden woher die sind.. erfolglos.. unterdessen ist ernesto einen schritt weiter: wir können für ca 100-150 us$ die reifen machen lassen, unser matzmobil im werkhof des kollegen unterstellen für die zeit. da wird uns auch geholfen mit dem demontieren der reifen und "entfelgen".. wir lassen uns nicht lange bitten und willigen ein.. wenn die aufgummierung auch nur einen drittel der zeit hält (gemäss transport-menschen halten sie so lange wie neue) hat es sich gerechnet und das thema wär auch für eine weile gegessen.. genau, secer entscheid!

wir wissen gar nicht wie wir das alles danken können. lieber ernesto: daaaaaaaanke für alles, du und dein team haben uns viel geholfen!!! und dass nun das thema reifen auch noch angegangen werden kann, hammer!! das alles war uns wirklich eine riesengrosse hilfe!! auch wieder eine grosse hilfe: namusis fahren uns vor ;-). wir müssen rauf zu el alto in den werkhof.. wir haben eine gute beschreibung des weges von ernesto erhalten (was bei uns ja nichts heissen soll ;-). so kletten wir uns also namusis an die stosstange und heute ist fredel dran mit fahren.. hupen tut er wie ein einheimischer und bald geht es bergan, ja, bald sind wir draussen, danke namusis!!

und dann, ich höhr ein lufgeräusch und dann raucht es auch schon im aquarium.. der neue luftschlauch scheint doch nicht so hitzebeständig zu sein ;-). wir halten auf der autobahn an und namusis weisen darauf hin, wir sollen doch bis zur nächsten aushaltstelle weiterfahren um die kabine zu kippen, aus sicherheitsgründen.. guter plan ;-). da warten die beiden auch noch rasch, bis sicher ist, dass das problem wirklich der schlauch ist. und der ist es.. fredel ist ja schon ein alter haase im wechseln.. wir gehen es gemütlich an. kurzer abschied von namusis, die richtung sorata fahren, wie geplant. wir sehen uns ja am sonntag da oben. und auch da wird es anders kommen :-(( das wissen wir da zum glück noch nicht.

bei den reparaturarbeiten werden wir von einem friedlichen hund bewacht, der nicht gerne brot isst. bald sind wir wieder auf bergfahrt und stauenen wiederum als wir die reisenstadt von oben sehen. wir stecken wieder im verkehrschaos von el alto und nehmens mit geduld. vor uns ist ein auto, dass die probleme anzuziehn scheint.. zuert ein gezeter mit der polizei, dann klopft ihm einer auf die haube.. der fahrer (auch uniformiert) steigt aus und rennt dem mann nach. was geht denn hier ab? wir fahren weiter und suchen km 7.5.. so die beschreibung.. die strasse stimmt, aber wo ist km 7.5?? nirgens etwas beschildert.. wir fahren hin und her und fragen hier und da und bekommen viele, viele auskünfte.. wir sind mal wieder auf irrfahrt.. typisch.. so ohne namusis ;-))

irgendwann kommen wir der sache näher und finden das tor sogar. es wird aufgemacht und dann gehts schnell, sehr schnell. fredel ist ja schon im kombi und die jungs vom werkhof eh.. alle räder sind bald weg (ich widme mich den ersatzrädern) und unser zuhause steht neben einem "bubbles" (vw käfer) auf holzpflöcken aufgebockt.. das ganze unter einem dach, also keine solarenergie. wir können sogar noch strom einstecken und somit ist ein warmes zuhause sicher. ich komm echt nicht aus dem staunen. die werkhofjungs machen alles von hand.. die reifen werden mit wasser genetzt, dann mit einem pickel etwas von der felge gelöst und dann mit brecheisen rausgewürgt.. und die jugns sind schnell und sympatisch dazu..

fredel ist grad einer von denen und plaudert und witztelt mit ihnen rum. dann kommt auch schon der reifen-gummierer, namens angel (engel) mit dem pickup. er markiert reifen an reifen und unsere 6 michelin bestehen die sichtprobe.. kann gemacht werden, bis samstag, für je us$ 110! wir sind happy, rechnen zwar nicht damit, dass das bis übermorgen schon gemacht ist, aber wir haben ja zeit. fredel versorgt die jungs und mr. angel mit frauenwitzen und ich lach doch mal locker mit.. dann werden unsere reifen aufgeladen und fredel nützt die fahrgelegenheit ins "dorf" grad.. er steckt geld ein und den funk. schliesslich brauchen wir einen neuen schlauch, der wirklich hitzebeständig ist..

so bin ich also alleine zu hause und richte es uns gemütlich ein. die heizung geht mit strom, es wird wohlig warm. ich setzt mich noch etwas an den compi, mache notizen und fredel ist schon lange aus der funk-reichweite.. irgendwann redet das schwarze gerät aber wieder mit mir, mein steht vor dem matzmobil und hat so eingie geschichten zu erzählen und er hat die taschen voller schläuche ;-). und da er das mechen grad so gewohnt ist (ein tag ohne mechen ist ein schlechter tag, meint er unterdessen! und ich bin echt stolz auf ihn, was er da alle macht) flickt er den neuen schlauch auch grad rein.. und dann gehts über in ein sehr wichtiges projekt: heizung heisst: warm wasser..

und warm wasser ist nötig um mal wieder etwas längst fälliges zu tun: zu duschen ;-). zuerst steigt fredel in unsere nasszelle (vorher haben wir noch den verband erneuert und in plastik gepackt) und dann komm ich dran. tut das guuuuut!!! dann die füsse auf den warmen boden.. gehts uns gut. zum zmacht (kaltes plättli, schauen wir einen terentino film und lachen nicht zu knapp. der typ ist ja sicher durchgeknallt ;-). danach zeig ich fredel noch die fotos vom mechen (das ist ja im moment wichtig für ihn ;-) und les noch etwas aus alten berichten vor.. dann aber ab ins warme bett und fischduftend einschlafen.

auf, auf, heute gehts weiter. während dem kaffe erreicht uns ein gekritzelter hilferuf von unseren vecinos. sie werden von verdauungs gas emissionen ihres haustierchens beinahe des gesamten - eh schon nicht sehr hohen - suerstoffgehaltes im toyota beraubt.

die frauen verabschieden sich nach dem kaffe geschlossen zum cyber, um die postfächer zu leeren.
norbert und ich wenden uns derweil an ernesto und rechnen ab. unser dreitägiger aufenthalt mit diversem material und einigen ausflügen kostet uns also grad mal sfr. 300.-- !!! die rechnung haben ernesto und ich zusammen gemacht. jeder hat in seinen kleinen grauen hirnzellen gewühlt, was gefunden wurde habe ich aufgeschrieben, und ernesto hat die rechnungsblätter der verschiedenen materialien beigesteuert.....

als wir schon bereit sind zum losfahren, kommt die reifen diskussion nochmal auf. norbet hat auf einem seiner rundgänge einen jeep mit r 20 felgern in einen hinterhof fahren gesehen. wir machen uns zusammen auf diese reifen mal zu besichtigen, und rauszufinden wo der besitzer diese gekauft hat. aber wir werden nicht in den hinterhof reingelassen, anscheinend wegen den hunden. ich bin immmer noch nicht ganz sicher ob die hunde angst vor gringos haben, oder ob es umgekehrt gemeint war.....

ernesto schlägt vor seinen kollegen mit dem transport unternehmen nochmal anzurufen und nach der adresse des recauchutadores = reifen rundum erneuerers zu fragen. der transpörtler mache praktisch alles nur noch mit aufgummierten reifen, und hätte sogar die erfahrung gemacht, mit erneuerten reifen um 20'000 km mehr als mit neuen zu machen....
schnell ist die adresse abgeklärt, und überdies wird uns sogar noch angeboten, uns während der dauer in der bewachten anlage des transport unternehmens hinzustellen, und die arbeiter in der anlage würden uns bei der de- und wieder montage helfen. unser entscheid ist ohne grosse diskussion schnell gefällt. was gmacht isch isch gmacht!

wir sind alle bereit zur abfahrt, namusis wollen uns unbedingt wieder zur stadt rausbringen, was wir nur allzugerne annehmen. schnurstracks fahren sie auf die stadtautobahn welche den hügel hoch aufs alto führt. ich fahre, und bleibe dem toyota dicht an der stossstange.
plötzlich ist aber fertig mit zügig dem hügel entgegen fahren. aus unserem zwischenraum steigt ein räuchlein hoch, es zischt und schmürzelet und das matzmobil verliert an kraft.

die ursache ist schnell rausgefunden, der verbindungs schlauch hat die hitze nicht wirklich vertragen, und ist förmlich geschmolzen. norbert kommt mit der idee auf, 100 meter weiter zu fahren, um etwas von der strasse runter zu kommen. die kabine ist schnell gekippt und die panne definitiv dem schlauch zugeschrieben. wir lassen namusis ziehen, und vereinbaren, uns in zwei drei tagen in sorate dem wander paradies von bolivien wiederzutreffen.

ich stürze mich ins kombi, und meche wohl zum 475 male an diesem kummerschlauch rum. jeder handgriff sitzt bereits, die schlüssel grössen passen beim ersten versucht, und ehe wir uns versehen, ist der provisorische schlauch wieder drauf, die kabine kann wieder zurückgekippt werden, und wir fahren dem alto entgegen.
wir trauen unseren augen kaum, als wir das beladenen taxi vor uns sehen. wenig später finden wir uns damit ab, dass diese art von schwer transporten hier wohl standart ist. nach der zahlstelle frisst uns alto la paz wieder auf. das verkehrsaufkommen ist kurz vor einem kollaps, alle hupen, aus den micros werden die destinationen geschrieen, die polizisten pusten in ihre trillerpfeiffen, und es hat mindestens doppelt so viele leute auf der strasse wie fahrzeuge.

ohne namusis pfadfinder qualitäten fallen wir sofort wieder in unser altes muster zurück, fahren etwa sieben mal die alto strasse hin und her, werden bei jedem mal fragen in die andere richtung geschickt, bis wir dann kurz vor mittag das grosse einfahrtstor zur impresa ingeniero de transporte finden. einmal hupen, das habe ich bei ernesto abgeschaut, und sesam öffnet sich. wir fahren mal wieder in einen werkhof ein. uns wird ein plätzli zugewiesen, und kaum ist der motor abgestellt, sind wir von den arbeitern umringt.

schine stürzt sich ebenfalls ins kombi - ich hab meins gar nicht erst ausgezogen - und wir helfen dann tatkräftig mit, ausser den vorderrädern alle füessli vom matzmobil zu demontieren. unser zuhause wird auf massive holzblöcke aufgebockt, und ich kann es nicht lassen den jungs zu erklären, das ganze müsse dann perfecto en nivel sein, weil wir da auch noch schlafen müssen......
die demontage der reifen ist dann eher grobschlächtige arbeit wie sich ruscheli ausdrücken würde. es kommen hebeisen, pickel und vorschlag hammer zum einsatz, und als beinahe alle reifen von den felgen sind, gehe ich ins werkhof büro und lasse den nachtwächter, guten geist und mädchen für alles den aufgummierer anrufen.

angel el recauchator fährt dann auch pünktlich ein, und ist ganz witzig drauf. lustig würde yaritta sagen. ich erfahre wo es die schönsten frauen von bolivien gibt, könnte sogar ruscheli für einige tage hier abgeben, und dann gehts an die sichtkontrolle unserer reifen. angel zelebriert diese kontrolle förmlich , geniesst die spannung welche bei allen zuschauern herrscht, und gibt dann seinen erlösenden kommentar ab: alle sind in optimalem zustand und können ohne weiteres aufgummiert werden. 110 us$ x 6 reifen, und wir seien für die nächsten 200'000 km ausgerüstet.

unsere reifen sowie ein paar vom werkhof werden aufgeladen, und ich frage angel ob ich zum alto mitfahren dürfe. ich will gleich noch ein paar erledigungen machen, aber hauptsächlich will ich einen hitze und druckbeständigen schlauch finden. er nimmt mich ein stück mit, macht sogar einen kleinen umweg zu einem schlauchspezialisten der aber geschlossen hat. von hier schlendere ich - im schmutzigen feuerwehr kombi wohlverstanden -der hauptstrasse entlang, bestaune die vielen repuesto=ersatzteil lädelis, frage hier und da nach meinem gewünschten schlauch, und werde immer wieder freundlich weitergeschickt. geradeaus ist einer der so was hat, heissts immer wieder. kein wunder die meisten läden sind geradeaus der hauptstrasse entlang.

langsam aber sicher nähere ich mich dem alto zentrum. immer mehr menschen, immer mehr micros, immer mehr läden..... in einer kleinen tienda werde ich schliesslich fündig, und helfe dem besitzer 50 cm schlauch abzuschneiden, am boden mit der eisensäge. vor lauter freude endlich einen schlauch mit einem draht geflecht innenkern gefunden zu haben, vergesse ich zuerst nach dem preis zu fragen, und kann schlussendlich nur noch 10 bolivianos, auf 40 bolis runterhandeln.
als ich mich auf der anderen strassenseit auf den rückweg mache, sehe ich wieder eine garage die hunderte von schläuchen an lager haben. ich schau mich um, und frage nach dem unterschied der beiden stabilsten schläuche. einer ist aus aspest und der andere mit einer ummantelung. ich lass mir drei handliche stücke mit dem winkelschneider zurecht stutzen, und bezahle die hälfte vom vorherigen.

zurück schnapp ich mir ein micro. diese büssli sind zwar alle mit irgendwelchen destinationen angeschrieben, das ganze ist aber für mich alles etwas verwirrend.ich weiss nur, dass unser neues zuhause in der nähe der zona franca ist. ich frage mich durch, setz mich rein, und muss erst mal einen mitfahrer fragen wie das ganze funktioniert. dieser schaut mich etwas gehäuselt an, da ich im kombi wohl tatsächlich wie ein hiesiger mechaniker aussehe. man bezahlt also 1 boli = 15 rp und gibt dann einfach nach vorne durch wenn man aussteigen will. so einfach funktioniert das.

ich werde direkt vor dem werkhof rausgelassen, funke meiner frau mal zu, dass ich wieder zuhause bin, und mache mich dann gleich daran den neu erworbenen schlauch einzubauen. und weil ich grad noch so schön im schuss bin, dichte ich auch noch die kühlerschläuche die schon seit langem ein wenig schwitzen, platziere ein paar kabel binder damit die leitungen nicht auf dem motoren block schürfen, und bin dann reif für den feierabend.

ruscheli hat voraussichtlicher weise schon mal die heizung auf hochtouren laufen lassen - ich durfte noch eine strom leitung zum matzmobil ziehen - und sie hat alles für eine heisse dusche vorbereitet. der arbeitsame tag neigt sich langsam seinem ende zu, und wir beiden erfreuen uns mal wieder einer richtigen generalreinigung. zum z'nacht bereitet schnitz ein kaltes plättli und wir schauen uns dazu einen etwas abgespacten terentino ketchup film an.......

abschlussfrage:
gibt es überhaupts "nicht" abgespacte filme vom guten alten terentino.......?

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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