tagebuch 08. mai 2006
bolivien / la paz (hotel oberland) - la paz (garage von ernesto hug)


übersiedlung in einen anderen stadtteil in den gassen von la paz....
draussen klingelt es, der gas-wagen scheint unterwegs zu sein und aus lautsprechern wird etwas gelabbert.. seltsames erwachen ;-) besser grad die morgenübungen machen und nach einem kurzen plaudern mit den nachbaren kaffe brauen. der compi wird ebenfalls gezückt und ich bin bald mit gudi und dann sari per skype verbunden.. einige mails gehen auch noch raus, die verbindung ist aber wieder schlechter. so macht sich fredel auf, das telefon mit der garage nicht über compi, sonder über normalem telefon im hotel zu tätigen.

strahlend kommt er zurück, wir können mit dem matzmobil in die viel gerühmte garage einfahren... sofort.. wir räumen gemütlich zusammen und warten dann auf unsere vorfahrer.. ja, wir haben das angebot namusis nachzufahren wiederum gerne angenommen ;-). ich streichle einen schönen kaktuss und wir blödeln mit namus rum (gester wurde ich übrigens genötigt, namus mit kräckers zu füttern ;-)). dann geht die nächste stadtrundfahrt los, ich konzentrier mich wieder auf den toyota und wie wenn namusis hier aufgewachsen wären, bringen sie uns zur garage-strasse.. wow! es geht nach dem fluss (die offene kanalisation) steil bergan und das matzmobil hat zu tun, ob uns ein hügel voller antennen (so äs antänneli häts ebä au bi eusem fabricli).

die detailsuche nehmen norbi und fredel zu fuss in angriff, wir frauen sitzten in den gefährten und lassen uns von den arbeitenden männern anglotzen ;-). über funk tauschen wir uns aus und rätseln, warum das so lange geht.. ich seh die männer am plaudern und fachsimmpeln. es war anders.. die männer mussten auf den chefe, ernesto, warten. nun ist es soweit, ich kann das matzmobil ins enge gelände fahren und da in die richtige position sägen.. fredel weist ein.. hier wird kein cm vergeudet. die garage ist voll, wir haben wohl glück, konnten wir mit unserem grossen gefährt auch noch rein (ist eine autogarage).

ich erkunde die sauberst geputzte garage und entdecke einen VW brasilia, liebe auf den ersten blick. das teil höhrt sich an wie ein käfer ist aber eher ein kombi, motor auch hinten. später seh ich in den strassen von la paz noch viele solche.. einen söttigen würd ich sofort nehmen. norbi ist mit ernesto am abklären wo er dies und das erhählt, und dann ist er auch schon mit einem alten, schwerhöhrigen mann unterwegs.. wir geben ihm unsere filter auch grad mit, vielleicht hat es die auch, da wo sie hingehen?!?

dann kommt ernesto zu uns und gibt sich eher zurückhaltend.. wir erklären was es alles zu machen gibt und er meint: was wir selber machen können - nur zu.. er hätte die garage voll und somit ist er froh um alles was wir selber machen.. gut so, wir wollen (ganz selber) den sonnentank ausbauen um ihn schweissen zu lassen! wir stürzen uns in die kombis und dann geht das geschraube los. aber raus bringen wir den tank nicht, immer ist etwas nicht zu lösen, man kommt nicht ran etc.. wir studieren hin und her und versuchen eine lösung zu finden. auch ernesto schaut sich die sache noch an und so wie es aussieht, müssten wir viele schläuch und elekrisch abhängen um den tank zu lösen.. das risiko ist uns zu gross, das unterfangen def. eine nummer zu gross für uns.

dafür spielen wir mit dem gedanken, den tank in zwei stücke schneiden zu lassen. so hätten wir etwas weniger diesel, dafür wären die tanks einfach rauszunehmen.. wir bleiben dran, heute wird aber in dem belang nichts mehr gemacht. während der aktion ist norbi noch zurückgekommen und hat uns den ein oder anderen filter gebraucht, mercedes hat von uns fotos geschossen wie wir da vertieft in unser tankprojekt waren ;-). auch kam mal noch ein junger mann, der namusis neue sitzüberzüge nähen wird. ernesto (wir wissen nicht so recht ob wir ihn duzen können) hat wirklich in allen problematiken seine kontakte.

dann beginnen die jungs von der garage an, unsere stossdämpfer vorne auszubauen. das werkzeug dass sie hier haben ist aber zu schwach und ernesto beschliesst, extra eines anfertigen zu lassen. ideen hat er. noch immer ist er etwas distanziert.. wir sprechen darüber auch mit namusis und ich komm zum schluss: er ist vielleicht eher einer von der "alten schule" und da kommen wir mit dem farbigen fahrzeug rein und machen vielleicht eher den eindruck von hippityflippy ;-).. aber er wird später noch merken, dass wir gar nicht so aus einem anderen holz sind..

unterdessen sind namusis mit ihrem toyota (mit 2 neuen batterien) zurück ins oberland, wir können in der garage nächtigen. wir kriegen einen schlüssel und dann wandern wir runter in die stadt. auf halber strecke schnappen wir uns ein taxi und sind mit den preisen noch nicht so vertraut, wir zahlen sicher genug. dafür stehen wir mitten drin, grad bei einem tourist-info. da wollen wir eine gratiskarte, kostet aber, nicht mit uns, wir haben im oberland noch eine kopie eines stadtplanes erhalten, das muss also genügen. dafür wollen wir eine richtige strassenkarte kaufen. die soll es in papeterieläden geben. zuerst brauchen wir aber geld, der nächste bankomat wird geplündert.

dann gehts auf kartensuche von einem laden zum anderen. die verkäufer sind immer sehr bemüht, uns eine andere adresse zu geben wo wir strassenkarten finden.. aber es gibt sie einfach nicht. dafür finden wir auf den streifzügen einen doppelstecker für mercedes (für den kopfhöhrer) und für fredel ein paar geniale schuhe.. das war nicht geplant, aber manchmal muss man es eben nutzen. wir sind auch in jede apotheke rein um nach peri-stripes zu suchen.. wollen wir doch die, die wir namusis ausgerissen haben wieder zurückgeben.. auch hier: freundliche bedienung und geschäftig erst recht, und immer eine idee, wo wir sie vielleicht kriegen könnten. auch die suche bleibt erfolglos, wenigstens verbandmaterial können wir kaufen und assugrin, äh aspirin. weil sie grad kein rausgeld haben kriegen wir eben noch eine aspirin tablette (werden einzeln verkauft) und eine vitaminkabsel ;-)

wir sind uns unterdessen sicher: bolivianer sind ein geschäftiges, fleissiges volk und freundlich oben drauf. und ich bin mir sehr unsicher, warum ich heute grad 3 blinde in einer linie (alle haben sich an der hand gehalten) gesehen hab!! meine augen schmerzen eh schon den ganzen abend.. ich verdränge.. wir besichtigen noch ein restaurant, ja unsere mägen wollen langsam was essbares, in einem historischen gebäude. das haus faziniert uns, die restauranteinrichtung weniger. wir suchen weiter nach dem platz zum essen und werden einfach nicht fündig. in dem einzig einladenden kaffe nehmen wir mal eine vorspeise.

an einem nachbartisch sitzt ein älteres, europäisches paar und der herr im farbenfrohen pullover isst: seine böögä ;-). es gibt also noch andere.. wir geniessen den happen und etwas zu trinken und machen uns wieder auf die endlosen gassen der grosstadt nach peristripes und restaurant zu durchsuchen.. wir kommen noch bei der schönen san franzisco kirche vorbei und in einen einheimischen markt rein. überall hat es so eine art kantinen oder strassen stände.. aber das gediegene ambiente das wir suchen, scheinte es nicht zu geben, da wo wir suchen zumindest ;-).

es endet darin, dass wir wieder im kaffe von vorhin essen, am fenster, mit blick auf das strassentreiben und mit immer wiederkehrender musik in den lautsprechern.. wir witzeln rum, dass wir den abend bei der romantischen musik wohl nie vergessen werden ;-)))) wir sind müde und reif fürs bett. raus und wie immer wenn man ein taxi sucht, es kommt keins.. wir bleiben geduldig und sitzen bald in einem weissen auto und haben den preis vorab festgelegt. wir sind lernfähig.

als wir ins matzmobil kommen ist es schon seeeehr spät, fast mitternacht.. das ist bei unseren schlafgewohnheiten echt aussergewöhnlich!! ab und gut nacht..

bevor ich mich der herausforderung des tages - nämlich der abklärung bei ernestos garage -stelle muss ich mir einen kaffe einverleiben. dann geh ich hoch, werfe einen boliviano in das altertümliche publik telefon, und wähle die nummer. als sich jemand meldet, und ich zu plaudern beginne, hört mich die gegenseite nicht. die receptionistin klärt mich auf, dass zuerst ein knopf gedrückt werden muss bevor mich die gegenseite verstehen kann. ahaa die nummer ist eh falsch, und ich kriege die richtige garagennummer.

don ernesto him self nimmt ab, ich frage ob er deutsch spricht, beginne in holprigem hochdeutsch unsere lage zu schildern, worauf er etwas belustigt meint wir müssten nicht eine so komplizierte sprache sprechen, worauf wir uns in fliesendem schweizerdeutsch unterhalten. passt. wir können bei ihm einfahren, platz wird gemacht, und besser sei es, bis nach dem schulverkehr nach neun zu warten. ich geh runter und verkünde die frohe neuigkeit, worauf wir uns fahrbereit machen. norbi und ich erledigen noch die bezahlung, jammern von wegen kalten oder gar nicht funktionierenden duschen, was aber nichts nützt.

dann geht der konvoi wieder los. namusis haben die gps daten der garage und lotsen uns, diesmal nicht direkt durchs zentrum aber trotzdem durch dichten verkehr zu ernesto hugs garage. norbi und ich klären erst mal zu fuss die lage in der garage ab, lassen unsere mädels in der gasse die autos bewachen, und verhangen dann geraume zeit bis sich der chefe unserer annimmt. aber dann gehts knall auf fall. die tore werden geöffnet, schine zirkelt unser matzmobil auf engstem raum an eine freie stelle und dann erklären wir unsere diversen anliegen dem garagen chef. don ernesto erklärt uns dass er eigentlich mehr oder weniger ausgebucht sei, und froh wäre um alles was wir selber machen können.

wir entscheiden uns, als nach gerraumer zeit nichts geht, dass wir uns an den ausbau des sonnentanks wagen, damit wir den schweissen lassen können. aber so einfach wie ich mir das vorgestellt habe ist der ausbau dann doch nicht. nachdem wir etliche schrauben des geschweissten klima- und kühl ramens gelöst haben, entdecke ich in den allerhintersten unzugänglichsten ecken einige nieten und nicht zu erreichende muttern. die idee, den ganzen rahmen mit kühlmittelbehälter und klimaanlage ausbauen zu können wirdalso begraben. bleibt einzig und alleine das lösen sämtlicher schläuche und kabel, was ich mir auf technischem niveau und noch weniger auf dieser höhe grad nicht zutraue.

während sich norbert -der von seiner einkaufstour zurück ist und uns diesel und ölfilter mitbrachte -, sowie mercedes und auch noch ernesto den kopf zerbricht wie das teil am einfachsten auszubauen wäre, wächst in unseren kleinhirnen eine andere idee. irgendwann lassen wir den tank in der mitte auseinanderschneiden, machen zwei - und somit einfach ausbaubare teile - daraus und haben ausgesorgt.

damit ich nicht allzu unnütz in der gegend rumstehe, beginne ich mal mit dem auswechseln des dieselfilters. der alte ist schnell ausgebaut, und der neue ebenso schnell drin. banause wie ich bin, vergleiche ich nicht alt mit neu, und ernesto meint nochmal ausbauen, da die dichtungen unter umständen nicht die gleichen sind. so ist es dann auch , und wir bauen den zweitletzten original vm filter ein, was wiederum schine nicht so cool findet, was mich wiederum leicht nervt. viel später stellt sich dann heraus, das am letzten vm filter ein kleines gnülpi dran ist welches an den anderen auch angebracht werden kann, und dann alle genau gleich gedichtet sind.

unterdessen hat sich auch ein chico der garage daran gemacht, unsere alten stossdämpfer auszubauen. er meint nur das sei viel härter als der ausbau eines toyota stossdämpfers, aber mit ach und krach, käs und brot gelingts dann doch noch. als er versucht den neuen einzubauen, passiert, was eigentlich nicht passieren darf. der federspanner rutscht ab, und die feder spickt in der gegend rum. zum glück nichts passiert, aber da muss eine andere lösung her. ich kläre mal ab, ob ich noch was helfen kann, und werde unter verdacht entlassen.

unterdessen sind schnitz und ich auf uns selber gestellt, namusis haben ihre besorgungen - neue batterieen, anfertigung von neuen sitzbezügen benzin filter ect. - erledigt, und sind bis morgen nochmal ins hotel oberland gefahren wir beiden machen uns auf, die stadt zu erkunden, mit dem plan einen stadtplan eine strassenkarte, steri stripes, und ein gemütliches restaurant zu finden. vorneweg, erstens kommt es anders und zweitens als man plant. auf halbem weg leisten wir uns ein taxi ins zentrum welches uns, nachdem wir lauthals verkündet haben dass wir neu sind und keine ahnung von la paz haben zum doppelten preis im zentrum absetzt.

nun beginnt die suche in den gassen von la paz. nachdem wir den ganzen prado hoch und runter spaziert sind, sämtliche librerias=schreibwarengeschäfte, apotheken, restaurants und den tourist info stand wos nichts gratis gibt abklapperten, sind wir um keinen einzigen gesuchten gegenstand reicher, haben aber selbsthaftende mullbinden, drei zettelchen aspirin plus eine einzelne tablette ( diese wurde als retourgeld ausgehändigt ) ein paar fredel schuhe, weiteres verbandsmaterial, einen doppel kopfhörer stecker für mercedes und einen labello erstanden

restaurant haben wir immer noch keines gefunden, und das hüngerlein ist noch kein bisschen kleiner geworden. ein einziges cafe haben wir entdeckt welches unseren gemütlchkeits standard ( die stühle sind davon ausgenommen, bequeme stühle in la paz scheinen bei todesstrafe verboten zu sein ) entspricht. hier genehmigen wir uns erstmal einen kleinen apero mit einem glas roten wein, wraps und einem frischgepressten orangen saft. frisch gestärkt machen wir uns nun in die andere richtung auf die suche nach einem gemütliche restaurant. aber auch diese seite ist nicht viel besser. unsere huelta führt uns an der kirche im zentrum vorbei mitten durch einen strassenmarkt, in jede pharmacia an der wir vorbeikommen, und wieder zurück. am prunkvollen herrenhaus vorbei das als restaurant dient, und so schlecht und geschmacklos eingerichtet ist wie eine fleischerei, zu einem markt stand wo wir uns aus frust zwei gärn ha hals und kopftücher kaufen.

schlussendlich, vom hunger getrieben, landen wir wieder im cafe, bestellen uns hamburger lomo und knusper pollo mit pommes welches sie wohl im burger king nebenan geholt haben. schauen dem strassen treiben zu und sind froh doch noch etwas in den magen gekriegt zu haben. kaum fertig gegessen sind wir beide so erschöpft und müde, dass wir uns gerade noch über die strasse schleppen können, eine kleine ewigkeit auf ein taxi warten müssen ( wenn man eins braucht ist nie eins da ) und sind froh als wir endlich in unserem bett @ don ernestos garage liegen.

die fotos und videos vom heutigen tag findest du in der fotogalerie!



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